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Sarong

Sarong

Hinweis: Nachfolgender Text stammt aus einem Sammlungskatalog des 19. Jahrhunderts und spiegelt in Sprache und Perspektive teilweise koloniale Denkmuster wider. Wir präsentieren den Text in seiner Originalfassung, um die Sammlungsgeschichte transparent zu machen und eine kritische Auseinandersetzung mit dem kolonialen Erbe zu fördern. Bestimmte Begriffe und Formulierungen können heute als problematisch empfunden werden. Ein Forschungsprojekt aus dem Jahr 2009 kam zu dem Schluss, dass die meisten Beschreibungen sachlich korrekt und weiterhin verwendbar sind; lediglich wenige Details erwiesen sich als ungenau oder fehlerhaft. Ergebnisse dieses Projektes wurden in folgendem Bestandskatalog publiziert: khm-wmw-tm-library.on.worldcat.org/oclc/1457155265"586 - 594. Röcke - "Sarongs".Diese Sarongs werden von den sundanesischen Frauen in solcher Menge verfertigt, dass sie überall auf den grossen Plätzen von West-Java, auf den Markt gebracht, dort von eingebornen Frauen gekauft werden, die entweder bei Europäern dienen oder in den grossen Städten derartige Beschäftigung haben, dass sie vom Weben abgehalten werden. Die Sarongs sind aus einem ausgezeichneten, dauerhaften Gewebe, dasselbe ist jedoch sehr schmal. Zum Sarong müssen, wie bei den buginesischen Sarongs, zwei Gewebe mit ihren Längsseiten aneinander genäht werden, so dass die Doppelbreite dann die Länge des Sarongs gibt, während die Länge des Gewebes dessen Breite ausmacht. Die Gewebe der vorliegenden Sarongs sind verschiedenfärbig, blau, roth, braun, grau, grün sie zeigen sehr hübsche, meist gestreifte Muster oder sind schön carriert. Die Köpfe, "Kapalas", dieser Sarongs sind durch breite Längsstreifen und besonders fleissige Arbeit ausgezeichnet. Die Frauen verstehen es, die mannigfaltigsten Muster zu weben, so dass beinahe jeder Sarong ein anderes Muster zeigt. Alle sind hübsch und geschmackvoll ausgeführt. Ebenso geschmackvoll und correct ist die Zusammenstellung der Farben. Wie an allen übrigen Sarongs, so unterscheidet man auch hier den glatten Theil, meist einfach in Farbe, wenig gestreift, ein schwaches Muster zeigend, und den bereits erwähnten Kopftheil, "Kapala". beiläufig ein Meter breit, mehr oder minder reich ausgestattet. Auch hier tragen die Frauen den Sarong derart um den Leib geschlungen, dass der Kopftheil zur linken Seite kommt. Er wird von Männern und Frauen getragen, erstere in der schon beschriebenen Weise, halb zusammengeschlagen um den Leib, oder lose über den Oberkörper mantelartig geworfen Der sundanesische Sarong ist breiter und grösser als der javanische, er bildet einen ähnlichen Faltenwurf, wie wir ihn beim buginesischen gesehen, und die Frauen wissen ihren Oberkörper in ähnlicher Weise wie die Buginesen mit demselben zu bedecken, sich in ihn in malerischer Weise einzuhüllen."Zitiert aus: Czurda, F. A. J. (1883). Catalog mit Erklärungen der Etnografischen Privatsammlung des Dr. F. A. J. Czurda in Postelberg (Böhmen). (S. 149-150). Wien, Wilhelm Braumüller

Sammler/in:
František A. J. Czurda (1844 Pisek - 1886 Cirebon) DNB

Objektbezeichnung
Sarong

Material/Technik:
Baumwolle, Leinwandbindung

Bildrecht
Weltmuseum Wien

Sammlungsbereich
Insulares Südostasien

Inv. Nr.
18016

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