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Sarong
Lipa
Hinweis: Nachfolgender Text stammt aus einem Sammlungskatalog des 19. Jahrhunderts und spiegelt in Sprache und Perspektive teilweise koloniale Denkmuster wider. Wir präsentieren den Text in seiner Originalfassung, um die Sammlungsgeschichte transparent zu machen und eine kritische Auseinandersetzung mit dem kolonialen Erbe zu fördern. Bestimmte Begriffe und Formulierungen können heute als problematisch empfunden werden. Ein Forschungsprojekt aus dem Jahr 2009 kam zu dem Schluss, dass die meisten Beschreibungen sachlich korrekt und weiterhin verwendbar sind; lediglich wenige Details erwiesen sich als ungenau oder fehlerhaft. Ergebnisse dieses Projektes wurden in folgendem Bestandskatalog publiziert: khm-wmw-tm-library.on.worldcat.org/oclc/1457155265"552 - 553. Rock - "Lipa".Der Sarong, der auf Süd-Celebes Lipa genannt wird, unterscheidet sich von diesem Kleidungsstücke, das im übrigen Theil des Archipels gebraucht wird, durch seine Grösse. Das Gewebe ist schmal, etwa 3/4 Meter breit, dagegen 2 Meter lang. Man näht zwei solche Gewebe mit den langen Seiten aneinander und vereinigt die kurzen Seiten der beiden Stücke wie bei dem gewöhnlichen Sarong, dadurch erhält man einen Rock ohne Falten, der 1 1/2 Meter lang ist und 2 Meter im Umfang hat. Will man ihn gewöhnlich um den Leib geschlungen Tragen, so muss man ihn etwa ein Drittel einschlagen. Die Männer, die ihn stets kurz tragen, schlagen ihn zu Hälfte ein. Mit ihm hüllen sich Männer und Frauen, wie mit dem oben beschreibenen engen Sarong, vollständig ein, aber noch vollkommeneer wie bei ersterem, und Frauen wissen ihn in dieser ganz offenen Weise in der graciösesten Art um den Leib zu schlingen, um die Schulter zu werfen. Wie man auch diesen Sarong trägt, bei seiner Grösse muss er immer eine Menge Falten hervorbringen, und man kann bei Frauen, die in grosse, schwere Sarongs eingehüllt sind, oft einen wahrhaft classischen Faltenwurf bewundern, der an die antike Kleidung lebhaft erinnert. Haben die Frauen ausser diesen Sarongs kein anderes Kleidungsstück am Körper, so ziehen sie ihn beim Gehen über den Rücken derart hinauf, dass er über der Brust unter den Achseln gespannt nach rückwärts verläuft. Die rechte Hand ist entweder gehoben und hält den Sarong ausgebreitet nach vorn über das Haupt, so zwar, dass das Gesicht vollkommen gegen Sonnenstrahlen oder neugierige Blicke geschützt ist. Der bei diesem Tragen nach oben gezogene Theil des Sarongs, der mit der rechten Hand erfasst ist, kann auch über die Achsel ganz nach vorne gezogen werden, wo er dann mit dem im Ellbogen gebogenen Arm gespannt wird, gleich einer antiken Toga. Zum Festanzuge gehören zwei solcher Sarongs, einer etwas zusammengeschlagen um die Hüfte befestigt, der andere in der erwähnten Weise über den Oberkörper geworfen. Die zwei vorliegenden Sarongs bilden ebenfalls eine schöne Arbeit, besonders zeichnen sich die "Köpfe" derselben "Kapala" aus, die in erhabenen Mustern, in blauer , brauner, weisser und violetter Farbe ausgeführt sind."Zitiert aus: Czurda, F. A. J. (1883). Catalog mit Erklärungen der Etnografischen Privatsammlung des Dr. F. A. J. Czurda in Postelberg (Böhmen). (S. 143-144). Wien, Wilhelm Braumüller

Sammler/in:
František A. J. Czurda (1844 Pisek - 1886 Cirebon) DNBarrow_outward
Zugangsdatum:
1883
Objektbezeichnung
Sarong
Kultur
Süd-Sulawesi, Mallasoro
Material/Technik:
Seide ?, Leinwandbindung, Handnaht, Lancé
Bildrecht
Weltmuseum Wien
Sammlungsbereich
Insulares Südostasien
Inv. Nr.
17782



















