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Sarong, Batik
Sarung, Batik
um 2014 | Sri Tjahjani Kuhnt-Saptodewo
Handbatik aus der Werkstatt von Sigit Witjaksono und Ibu Marpat Rochani in Lasem. Das Motiv stammt von ihr.
Der badan (= Körper; Feld im Zentrum eines Sarongs) ist mit stilisierten Rankenornamenten und Blüten auf weinrotem Hintergrund dekoriert. Die Fläche zwischen den Ranken ist mit isen (= Füllmotive) in Form von weißen Tupfen versehen. Die vegetativen Motive sind in violett, rosarot und rotbraun wiedergegeben und zum Teil weiß akzentuiert. Das zentrale Feld des badan wird zudem rundherum von pinggir (= Randdekor) in Form von wellenartig angelegten violetten Ranken und einem rotbraunen mit Spiralen versehenen Band begrenzt.
Die garis miring-Musterung des kepala („Kopf“; vertikale Feld, welche den badan auf beiden Seiten umgeben) zeigt verschiedene in schrägen Bahnen angeordnete Rankenornamente, abwechselnd auf rotbraunem, violetten und dunkelblauen Grund. Die vegetativen Motive sind weiß akzentuiert und jeweils mit einer Farbe eines anderen Streifens unterlegt. Das Feld des kepala ist an seinen Rändern mit einem rotbraunen, mit Spiral- und Kreisornamenten versehenem, Wellenband begrenzt.
Nach dem kepala folgt auf beiden Seiten das äußerste Feld des papan (= vertikaler Strafen, den kepala begrenzend). Vier vertikale schmale Streifen in Dunkelblau, Rotbraun, Rot und Weiß heben den papan vom kepala ab. Danach folgt ein breites dunkelblaues Feld mit horizontalen Streifen in Violett und Rotbraun sowie weißen wellenförmigen Akzenten. Der äußerste Rand des papan besteht aus einem breiten, aber schlichten rotbraunen Streifen.
Die rote Farbe ist eine typische Farbgebung von Lasem.
Batik ist Kunst. Statt auf Leinwand wird das Kunstwerk auf Stoff gezeichnet. Als Ende des 19. Jh. synthetische Farben aus Europa nach Indonesien eingeführt wurden, fühlten sich viele Künstler animiert, mit den Farben zu spielen und neue Motive zu entwickeln. An der Nordküste Javas gründeten chinesische, holländische und arabische Einwanderer entlang den Hafenstädten neue Produktionsstätten für Batik. Die Muster wurden durch Motive aus ihrer Herkunftskultur beeinflusst und ergänzt. So entstanden frische Motive und für die Region typische Farbstile und neue Färbungsmethoden. Die Namen der Batikmuster entsprechen den Orten, wo sie produziert wurden, wie Pekalongan, Kedungwuni, Lasem und Cirebon, Batang. Es entstand der „pesisiran stil“ (Nordküste Javas) in Kontrast zum traditionellen „kraton stil“ (Palast Stil) vom Inneren des Landes, wie von Solo und Yogyakarta.

Sammler/in:
Sri Tjahjani Kuhnt-Saptodewo (Kuratorin für Insulares Südostasien im Weltmuseum Wien (2005 bis 2017))
Künstler/in:
Sigit Witjaksono
Künstler/in:
Marpat Rochani
Zeit:
um 2014
Zugangsdatum:
2017
Objektbezeichnung
Sarong, Batik
Kultur
Lasem, Nordküste Javas
Material/Technik:
Maschinell gefertigte Baumwolle, Leinwandbindung, synthetische Farben, Handbatik (batik tulis)
Bildrecht
Weltmuseum Wien
Sammlungsbereich
Insulares Südostasien
Geographie
Insulares Südostasien/Indonesien/Java
Inv. Nr.
190815



















