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Kain Panjang
zweite Hälfte 20. Jahrhundert | Sri Tjahjani Kuhnt-Saptodewo
Ein modern erzeugtes Batiktuch mit modernen Motiven. Das Tuch wurde mit zwei verschiedenen Verfahrensweisen hergestellt, nämlich mit dem traditionellen canting (Instrument zur Wachsreservierung) und mit Quast (ein Stück Holz mit Watte an der Spitze). Sowohl die isen(Füllzeichnungen) von den Blüten und Blättern als auch die bunten Streifen wurden mit Quast bemalt.
Die Pünktchen, die mit Canting gezeichnet waren, werden delei kecer genannt. Der Kepala (Kopf)-Teil sind mit Dreieck-Tumpalmotiven gefüllt, der Papan-Teil (zwischen dem kepala und dem badan) ist mit mangaran (Kokosblüten) verziert.
Batik ist Kunst. Statt auf Leinwand wird das Kunstwerk auf Stoff gezeichnet. Als Ende des 19. Jh. synthetische Farben aus Europa nach Indonesien eingeführt wurden, fühlten sich viele Künstler animiert, mit den Farben zu spielen und neue Motive zu entwickeln. An der Nordküste Javas gründeten sie entlang den Hafenstädten neue Produktionsstätten für Batik. Es waren vor allem Migranten und Migrantinnen, die ihre Wurzeln im damaligen Holland, China und dem arabischen Raum hatten. Sie wurden als Peranakan bezeichnet, was ursprünglich „Kind eines Fremden mit indonesischer Mutter“ bedeutete. Heute beschreibt der Begriff Migranten und Migrantinnen, die bereits seit zwei Generationen in Indonesien leben.
Die Muster wurden durch Motive aus ihrer Herkunftskultur beeinflusst und ergänzt. So entstanden frische Motive und für die Region typische Farbstile und neue Färbungsmethoden. Die Namen der Batikmuster entsprechen den Orten, wo sie produziert wurden, wie Pekalongan, Kedungwuni, Lasem und Cirebon, Batang. Es entstand der „pesisiran stil“ (Nordküste Javas) in Kontrast zum klassischen, traditionellen „kraton stil“ (Palast Stil) vom Inneren des Landes, wie von Solo und Yogyakarta.

Sammler/in:
Sri Tjahjani Kuhnt-Saptodewo (Kuratorin für Insulares Südostasien im Weltmuseum Wien (2005 bis 2017))
Zeit:
zweite Hälfte 20. Jahrhundert
Kultur
Peranakan / Pekalongan, Java
Material/Technik:
Baumwolle, LWB, synthetische Farben, Handbatik (batik tulis), Stempelbatik (batik cap) und bemalt (colekan)
Bildrecht
Weltmuseum Wien
Sammlungsbereich
Insulares Südostasien
Inv. Nr.
184289



















