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Tuch, Batik
Kain Panjang
Mitte 19. Jahrhundert | František A. J. Czurda
Das Motiv heißt Sijuring, ein Motiv um Gefahren abzuwehren.Hinweis: Nachfolgender Text stammt aus einem
Sammlungskatalog des 19. Jahrhunderts und spiegelt in Sprache und Perspektive
teilweise koloniale Denkmuster wider. Wir präsentieren den Text in seiner
Originalfassung, um die Sammlungsgeschichte transparent zu machen und eine
kritische Auseinandersetzung mit dem kolonialen Erbe zu fördern. Bestimmte
Begriffe und Formulierungen können heute als problematisch empfunden werden.
Ein Forschungsprojekt aus dem Jahr 2009 kam zu dem Schluss, dass die meisten
Beschreibungen sachlich korrekt und weiterhin verwendbar sind; lediglich wenige
Details erwiesen sich als ungenau oder fehlerhaft. Ergebnisse dieses Projektes
wurden in folgendem Bestandskatalog publiziert: https://khm-wmw-tm-library.on.worldcat.org/oclc/1457155265
"611 - 613. Röcke - "Sarongs".
Die javanischen Sarongs sind sehr eng, geben beim Tragen sehr wenig Falten,
liegen eng dem Körper an. Sie sind alle in der oben beschriebenen Weise gefärbt
(Batik) und zeigen mehr oder minder kostbare und feine Muster. Sie bilden ein
beliebtes Hauskleid aller europäischen Frauen in Indien, die sozusagen das
ganze Leben in einem solchen Kleide verbringen, darin schlafen und sich im
Hause darin bewegen, sogar in ihm ausfahren‚ um in verschiedenen Kaufläden ihre
Einkäufe zu besorgen. Nur Abends auf grossen Plätzen, wo Visiten gemacht und
empfangen werden, zieht man europäische Kleider an Auf den Dampfschiffen, in
den Hotels, überall sieht man die Frauen nur in diesem Kleide. Es ist das eine
sehr kühle und bequeme Tracht, doch auch so unschön, da, es wie ein Sack den
Körper einhüllt. Ueber dem Sarong tragen die europäischen Frauen eine lange
Cattunjacke, mehr oder minder kostbar gestickt. Sarong und "Kabaja" ,
so heisst die Jacke nämlich, sind die einzigen Bestandtheile des Hauskleides.
Die javanischen Sarongs haben ebenfalls eine einfache, grosse Fläche, die ein
gleichförmiges Muster zeigt, dann den Kopftheil, "Kapala", der ganz
verschieden und originell gezeichnet ist, aus horizontalen, übereinander
liegenden Zacken besteht, die verschieden gefärbt und reich mit Blumen und
Arabesken verziert sind. Die vorliegenden Exemplare haben sehr feine Muster,
zwei stammen von "Surukarta", blau, braun und gelb gehalten, der
dritte aus Surabaja, ein sehr fein ausgeführtes zweifärbiges Muster in roth und
gelb."
Zitiert aus: Czurda, F. A. J. (1883). Catalog mit Erklärungen der
Etnografischen Privatsammlung des Dr. F. A. J. Czurda in Postelberg (Böhmen).
(S. 154-155). Wien, Wilhelm Braumüller

Sammlung:
František A. J. Czurda (1844 Pisek - 1886 Cirebon) DNBarrow_outward
Zeit:
Mitte 19. Jahrhundert
Zugangsdatum:
1883
Objektbezeichnung
Tuch, Batik
Kultur
Westjava / Indramayu
Material/Technik:
Wachsbatik; Hand- und Capbatik mit natürlichen Farbstoffen auf Baumwolle; Leinwandbindung; Saumnaht
Bildrecht
Weltmuseum Wien
Sammlungsbereich
Insulares Südostasien
Inv. Nr.
17986



















