Zur Navigation springen Zum Inhalt springen Zum Kontakt springen Zur Suche springen Zur Suche springen Zum Footer springen

Tuch, Batik

Kain Panjang

Erste Hälfte des 20. Jh. | Reinhold Mittersakschmöller

Mit "Battle of Lombok"- Motiv. blau und schwarzviolett auf hellbeigem, rosastichigem Grund. Soldaten, Reiter, Häuser und Zelte (z.T. beschriftet mit Jahreszahl 1602) und Pflanzenranken.

Das Motiv entstand im kolonialen Kontext. Die Niederländer kolonisierten das heutige Indonesien offiziell ab 1808 bis 1945. Zuvor waren sie 1602 als Händler der VOC (Vereinigde Ostindische Companie) auf die Inseln gekommen. Die dort ansässigen indoeuropäischen Peranakan waren zumeist Kinder der niederländischen Soldaten. Das machte sie stolz, als die Niederländer 1894 die Insel Lombok einnahmen. Der Lombokkrieg wurde zu einem der Batikmotive.

 

Batik ist Kunst. Statt auf Leinwand wird das Kunstwerk auf Stoff gezeichnet. Als Ende des 19. Jh. synthetische Farben aus Europa nach Indonesien eingeführt wurden, fühlten sich viele Künstler animiert, mit den Farben zu spielen und neue Motive zu entwickeln. An der Nordküste Javas gründeten sie entlang den Hafenstädten neue Produktionsstätten für Batik. Es waren vor allem Migranten und Migrantinnen, die ihre Wurzeln im damaligen Holland, China und dem arabischen Raum hatten. Sie wurden als Peranakan bezeichnet, was ursprünglich „Kind eines Fremden mit indonesischer Mutter“ bedeutete. Heute beschreibt der Begriff Migranten und Migrantinnen, die bereits seit zwei Generationen in Indonesien leben.

Die Muster wurden durch Motive aus ihrer Herkunftskultur beeinflusst und ergänzt. So entstanden frische Motive und für die Region typische Farbstile und neue Färbungsmethoden. Die Namen der Batikmuster entsprechen den Orten, wo sie produziert wurden, wie Pekalongan, Kedungwuni, Lasem und Cirebon, Batang. Es entstand der „pesisiran stil“ (Nordküste Javas) in Kontrast zum klassischen, traditionellen „kraton stil“ (Palast Stil) vom Inneren des Landes, wie von Solo und Yogyakarta.

Eine neue Eigenschaft war auch, dass die Werkstätte die Stoffe mit einer Unterschrift autorisiert haben; ein Zeichen, dass sie ihre Werke als Kunst sehen.

Zeit:
Erste Hälfte des 20. Jh.

Objektbezeichnung
Tuch, Batik

Material/Technik:
Maschinell gewebte Baumwolle, Leinwandbindung, synthetische und Naturfarben, Handbatik (batik tulis), und Stempel/Handdruck Batik (batik cap)

Bildrecht
Weltmuseum Wien

Sammlungsbereich
Insulares Südostasien

Inv. Nr.
177031