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Tuch, Batik
Kain Panjang
um 1950 | Reinhold Mittersakschmöller
Gewisse Motive waren dem indonesischen Adel vorbehalten. Das königliche Wadasan-Muster zum Beispiel durfte nur im Palast Cirebon an der Nordküste Javas verwendet werden. Das Motiv zeigt eine Felsformation. Dazu kommt das Motiv naga seba (betender Drache).
Um diese Regel zu umgehen, wurden die klassischen, oft in Erdfarben gehaltenen Batiken wie Parang, Semen und Wadasan abgewandelt und um kreative Motive erweitert. Diese erweiterten Muster sind farbenfroh und spiegeln den multikulturellen Einfluss wider. Hier wird die Farbe Rot dazu genommen.
Durch diese Erweiterung sind sie keine „verbotenen Muster“ mehr, und jeder darf sie tragen und sich so mit dem Adel verbunden fühlen. Dies war früher vor allem für Migranten und Migrantinnen wichtig, die ihre Wurzeln im damaligen Holland, China und dem arabischen Raum hatten. Sie wurden als Peranakan bezeichnet, was ursprünglich „Kind eines Fremden mit indonesischer Mutter“ bedeutete. Heute beschreibt der Begriff Migranten und Migrantinnen, die bereits seit zwei Generationen in Indonesien leben. Viele ließen sich an der Nordküste Javas (Pesisir) nieder, eröffneten neue Batikwerkstätten und entwickelten den heute typischen Batikstil dieser Gegend.

Sammlung:
Reinhold Mittersakschmöller DNBarrow_outward
Zeit:
um 1950
Zugangsdatum:
1997
Objektbezeichnung
Tuch, Batik
Kultur
Peranakan / Cirebon, Java
Material/Technik:
Wachsbatik (Handbatik) auf maschinell gewebter Baumwolle; Leinwandbindung; Handnaht, nur auf eine Seite gebatikt.
Bildrecht
Weltmuseum Wien
Sammlungsbereich
Insulares Südostasien
Inv. Nr.
176879



















