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"Sartische Derwische" [Turkestanische Qalandars]

um 1887 | W. Ordèn

Am 1. Oktober 1888 gelangt der Wiener Asienreisende Josef Troll in das belebte Alt-Margelan, das heutige Margilan in Usbekistan, mit seiner „Unzahl Mazars (Heiligengräbern), mit seinem Kalender-Khané, dem Unterkunftshause der Derwische, die mit ihren spitzen, gestickten Mützen, um die sie angeblich acht Jahre bettelnd dienen müssen, im Chore singend an Bazartagen herumwandeln und frech genug Almosen heischen, die man ihnen kaum zuverweigern wagt, da sie doch diwâne, verrückt, sind“.

 

Eine Photographie aus dieser Zeit beschwört das Bild vom umherwandernden und mit seiner Bettelschale Almosen heischenden Derwisch herauf. Auf ihr ist eine Gruppe dieser weltabgewandten Mystiker abgebildet, die sich ihrem Äußeren nach nicht um gesellschaftliche Konventionen scheren. Einige unter ihnen führen eine Bettelschale mit – sie leben vom Betteln. Bezeichnenderweise werden die Sufis in Europa unter den Namen Fakir und Derwisch, arabisch bzw. persisch für „arm“, bekannt. Armut und Besitzlosigkeit ist der Kernpunkt ihrer Lebenshaltung. Sie sind fromme Asketen, die alles Weltliche verachten und bestehende Konventionen, Regeln und Dogmen ablehnen. Jeder von ihnen hat sich auf die Suche nach einem inneren Sinn der heiligen Schrift des Islam gemacht und folgt Koranversen, die sich als Hinweis auf ein individuelles, unmittelbares Verhältnis des Menschen zu Gott lesen lassen. Gott als letzte Wirklichkeit zu erfahren, ist das Ziel dieser Individualisten.

Fotograf/in:
W. Ordèn

Zeit:
um 1887

Objektbezeichnung
Abzug

Signatur
1613

Bildrecht
Weltmuseum Wien, Fotosammlung

Sammlungsbereich
Fotosammlung

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