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Schamanentrommeln im Museum von Minusinsk
1891/1892 | Fredrik Robert Martin
Die illustrierten Schamanentrommeln werden heute zu den archaischen Karten gezählt. Anders als eine physische Landkarte funktionierte sie jedoch als kognitive Karte, als geistiges Modell des äußeren Raumes. Die kognitive Karte bildet die direkte, sinnlich repräsentierte, aber auch die abstrakte, indirekt vermittelte Umwelt ab. Sie ermöglicht es dem Schamanen, Informationen über die räumliche Umwelt zu sammeln, zu ordnen, zu speichern, abzurufen und zu verarbeiten. Die kognitive Karte ist eine subjektive Konstruktion des Schamanen, geprägt durch sein Weltwissen und seine Absichten. Seine Trommel ist sozusagen ein Computer, dessen Kapazität der Benutzer je nach seinem eigenen, nur Eingeweihten zugänglichen Wissen auszuschöpfen vermag. Je „größer“ die Kraft des Schamanen ist, der die Trommel benutzt, umso differenzierter ist die Information, die er mit ihr abfragen kann. Nach dem Tod des Schamanen wird die Membran aufgeschlitzt, damit die Trommelseele entweichen kann.

Fotograf/in:
Fredrik Robert Martin (1868 Stockholm - 1933 Kairo) DNBarrow_outward
Zeit:
1891/1892
Objektbezeichnung
Abzug
Bildrecht
Weltmuseum Wien, Fotosammlung
Sammlungsbereich
Fotosammlung
Geographie
Nordasien/Russland/Sibirien
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