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Todtenbahre (Modell)
Ulerang
Hinweis: Nachfolgender Text stammt aus einem Sammlungskatalog des 19. Jahrhunderts und spiegelt in Sprache und Perspektive teilweise koloniale Denkmuster wider. Wir präsentieren den Text in seiner Originalfassung, um die Sammlungsgeschichte transparent zu machen und eine kritische Auseinandersetzung mit dem kolonialen Erbe zu fördern. Bestimmte Begriffe und Formulierungen können heute als problematisch empfunden werden. Ein Forschungsprojekt aus dem Jahr 2009 kam zu dem Schluss, dass die meisten Beschreibungen sachlich korrekt und weiterhin verwendbar sind; lediglich wenige Details erwiesen sich als ungenau oder fehlerhaft. Ergebnisse dieses Projektes wurden in folgendem Bestandskatalog publiziert: khm-wmw-tm-library.on.worldcat.org/oclc/1457155265"523. Todtenbahre - "Ulerang"Eine kleine Todtenbahre, nur von acht Männern getragen, für den kleinen Mann bestimmt, auch aus Bambus und Holz verfertigt, mit weissem Cattun überzogen. Die Leiche, die auf der Bahre ruht, ist ebenfalls mit einem gewölbten, weiss überzogenen Bambusdeckel bedeckt. Die Grösse der Feier des Begräbnisses hängt natürlich vom Stande, Range und Vermögen des Verstorbenen ab. Auch hier begegnet man schreienden Priestern, opfertragenden Sklaven, bewaffneten Verwandten, die Geld unter die Menge streuen, Klageweiber, eine ohrenzerreissende Musik, teufelvertreibende Gegenstände und eine grössere oder geringere Menschenmenge, die den Zug begleitet. Was jedoch dem ärmsten Begräbniss nicht fehlen darf, das ist, erstens ein Sonnenschirm, der über der Bahre getragen wird, um die Leiche vor der Sonnengluth zu schützen, und zweitens die Todtenopfer, zum wenigsten aus geweihtem Reis und Früchten bestehend."Zitiert aus: Czurda, F. A. J. (1883). Catalog mit Erklärungen der Etnografischen Privatsammlung des Dr. F. A. J. Czurda in Postelberg (Böhmen). (S. 132). Wien, Wilhelm Braumüller

Sammler/in:
František A. J. Czurda (1844 Pisek - 1886 Cirebon) DNBarrow_outward
Zugangsdatum:
1883
Objektbezeichnung
Todtenbahre (Modell)
Kultur
Süd-Sulawesi
Material/Technik:
Holz, Bambus, Rattan
Bildrecht
Weltmuseum Wien
Sammlungsbereich
Insulares Südostasien
Inv. Nr.
17753



















