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Wasserbehälter

Timpo

Hinweis: Nachfolgender Text stammt aus einem

Sammlungskatalog des 19. Jahrhunderts und spiegelt in Sprache und Perspektive

teilweise koloniale Denkmuster wider. Wir präsentieren den Text in seiner

Originalfassung, um die Sammlungsgeschichte transparent zu machen und eine

kritische Auseinandersetzung mit dem kolonialen Erbe zu fördern. Bestimmte

Begriffe und Formulierungen können heute als problematisch empfunden werden.

Ein Forschungsprojekt aus dem Jahr 2009 kam zu dem Schluss, dass die meisten

Beschreibungen sachlich korrekt und weiterhin verwendbar sind; lediglich wenige

Details erwiesen sich als ungenau oder fehlerhaft. Ergebnisse dieses Projektes

wurden in folgendem Bestandskatalog publiziert: https://khm-wmw-tm-library.on.worldcat.org/oclc/1457155265

 

 

"347 - 348. Wasserbehälter - "Timpo"."

Zwei eigenthümliche [sic!] Wassergefässe aus Bambusrohr verfertigt, das eine

über einen Meter lang und über zehn Centimeter [sic!] im Durchmesser, das

zweite etwa um die Hälfte kleiner. An dem einen Ende befindet sich zur Seite

eine kleine, mit einem Holzpfropf verschliessbare Oeffnung, durch welche in das

allseits von Natur aus geschlossene Gefäss das Wasser eingefüllt wird. Zur

Verdeutlichung sei bemerkt, dass das Bambusrohr ganz hohl ist und in dieser

Stärke wie das zu vorliegendem Gefäss verwendete, aus etwa halbmeter [sic!]

langen Gliedern besteht, die im Innern durch Scheidewände von einander getrennt

sind. Zur Bereitung eines solchen Wassergefässes werden zwei oder drei Glieder

des Rohres abgeschnitten, so dass die inneren Scheidewände derselben den Boden

und Deckel des Gefässes bilden. Die übrig gebliebenen Scheidewände innerhalb

des Gefässes werden durch die oben befindliche Oeffnung mittelst eines

biegsamen Stabes durchgestossen. Diese Wassergefässe sind nicht allein auf

Celebes, sondern im ganzen ostindischen Archipel im Gebrauch. Mit denselben

gehen die Frauen des Abends zu den Brunnen des Dorfes um Wasser zu holen, wobei

das gefüllte Gefäss über der Schulter getragen wird. Es werden des Abends so

viel Gefässe gefüllt, als für den ganzen Tag Wasser im Haushalte nöthig [sic!]

ist. Man sieht bei den Brunnen des Dorfes nach Sonnenuntergang, wie bei uns,

die Frauen und Mädchen versammelt mit ihren Wassergefässen, gleich ihren

europäischen Schwestern alle Geschichten und Geheimnisse des Dorfes besprechend,

wo sie dann nach längerem oder kürzerem Aufenthalte in Gruppen, die Gefässe auf

den Schultern tragend, zu ihren Häusern zurückkehren."

 

Zitiert aus: Czurda, F. A. J. (1883). Catalog mit

Erklärungen der Etnografischen Privatsammlung des Dr. F. A. J. Czurda in

Postelberg (Böhmen). (S. 70-71). Wien, Wilhelm Braumüller  

Sammler/in:
František A. J. Czurda (1844 Pisek - 1886 Cirebon) DNB

Objektbezeichnung
Wasserbehälter

Material/Technik:
Bambus

Bildrecht
Weltmuseum Wien

Sammlungsbereich
Insulares Südostasien

Inv. Nr.
17592

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