Zur Navigation springen Zum Inhalt springen Zum Kontakt springen Zur Suche springen Zur Suche springen Zum Footer springen

Webstuhl

Alat tenun (BI)

Hinweis: Nachfolgender Text stammt aus einem Sammlungskatalog des 19. Jahrhunderts und spiegelt in Sprache und Perspektive teilweise koloniale Denkmuster wider. Wir präsentieren den Text in seiner Originalfassung, um die Sammlungsgeschichte transparent zu machen und eine kritische Auseinandersetzung mit dem kolonialen Erbe zu fördern. Bestimmte Begriffe und Formulierungen können heute als problematisch empfunden werden. Ein Forschungsprojekt aus dem Jahr 2009 kam zu dem Schluss, dass die meisten Beschreibungen sachlich korrekt und weiterhin verwendbar sind; lediglich wenige Details erwiesen sich als ungenau oder fehlerhaft. Ergebnisse dieses Projektes wurden in folgendem Bestandskatalog publiziert: khm-wmw-tm-library.on.worldcat.org/oclc/1457155265"526. WebstuhlDer indische Webestuhl, in welcher Form er beinahe im ganzen indischen Archipel im Gebrauche ist, ist eine ziemlich primitive Vorrichtung. Das für das Gewebe bestimmte Garn oder die Seide ist kunstgemäss über ein, etwa ein Meter langes Brett aufgerollt in der Breite des Webestückes. Dieses Brett ist mit seinen beiden Enden in zwei schwere Holzblöcke gesteckt, die am Boden des Hauses in irgend einer Weise befestigt sind. Von diesem Brette laufen die Fäden durch eine rechenartige Vorrichtung, in welcher jeder Faden apart gehalten wird, vor und hinter diesem Rechen sind zwischen den Fäden, wie es eben das Muster verlangt, meterlange Stäbe eingeschoben, die beim Kreuzen des Fadens herausgenommen und wieder eingeführt werden. Das fertige Gewebe wird ebenfalls um ein schmales, meterlanges Brett gewunden und dasselbe, sowie überhaupt der ganze Webe-Apparat mittelst eines krummen, jochförmigen Holzes gespannt, welches die Frau, die vor dem Webestuhl auf dem Boden mit gekreuzten Beinen sitzt, auf ihrem Rücken hat, so dass sie durch Zurückbeugen des Rumpfes das ganze Gewebe spannen, durch Vorbeugen des Rumpfes erschlaffen kann. Vor dem oben erwähnten Rechen, durch den die Fäden laufen, ist noch eine Querlatte, die nebeneinander so viele kleine Schlingen trägt, als Fäden vorhanden sind, durch welche Schlingen die Fäden des Gewebes ebenfalls laufen. Durch Heben dieser Latte kann man somit auch die Fäden heben und so den Act des Webens, vornehmlich das Durchwerfen der Webespulen dirigiren. Das Weben besorgen ausschliesslich Frauen, und jede Frau versteht zu weben, ob Hoch oder Niedrig, und es wird in jedem Hause gewebt, in jedem Hause befindet sich ein Webestuhl. Alles, was die Familie an Kleidung nöthig hat, müssen die Frauen des Hauses weben, wird mehr erzeugt, so werden die Stoffe auf den Markt getragen. Der vorliegende Webestuhl ist in West-Java, dem sogenannten Sundalande, in Gebrauch. Die Stoffe, die die Frauen weben, sind durch ihre Festigkeit bekannt, sie zeigen meist bunt carrirte Muster, bei welchen die grüne und rothe Farbe vorherrscht."Zitiert aus: Czurda, F. A. J. (1883). Catalog mit Erklärungen der Etnografischen Privatsammlung des Dr. F. A. J. Czurda in Postelberg (Böhmen). (S. 134-135). Wien, Wilhelm Braumüller

Sammler/in:
František A. J. Czurda (1844 Pisek - 1886 Cirebon) DNB

Objektbezeichnung
Webstuhl

Material/Technik:
Holz, Baumwolle

Bildrecht
Weltmuseum Wien

Sammlungsbereich
Insulares Südostasien

Inv. Nr.
18013

Weiterstöbern Ähnliche Stücke, die Sie interessieren könnten