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Wurfnetz
Jala-buwang
Hinweis: Nachfolgender Text stammt aus einem Sammlungskatalog des 19. Jahrhunderts und spiegelt in Sprache und Perspektive teilweise koloniale Denkmuster wider. Wir präsentieren den Text in seiner Originalfassung, um die Sammlungsgeschichte transparent zu machen und eine kritische Auseinandersetzung mit dem kolonialen Erbe zu fördern. Bestimmte Begriffe und Formulierungen können heute als problematisch empfunden werden. Ein Forschungsprojekt aus dem Jahr 2009 kam zu dem Schluss, dass die meisten Beschreibungen sachlich korrekt und weiterhin verwendbar sind; lediglich wenige Details erwiesen sich als ungenau oder fehlerhaft. Ergebnisse dieses Projektes wurden in folgendem Bestandskatalog publiziert: khm-wmw-tm-library.on.worldcat.org/oclc/1457155265"421. Wurfnetz - "Djala-buwang"Ein grosses, aus braunem Garn verfertigtes Wurfnetz, das an seiner Peripherie mit halbmondförmigen Bleistücken beschwert ist. Die Eingebornen besitzen eine grosse Geschicklichkeit im Verfertigen dieser Netze. Das Netzen erfolgt mittelst Nadeln aus Bambus. Das Fischen mit dieser Netzsorte bildet wohl die häufigste Art des Fischfanges. Der Fischer steht bis zum Gürtel im Wasser, um den Leib hat er seinen Sarong geschlungen, in denselben seine Betelbüchse bewahrt, ferner einen Korb angehängt, in welchen er die gefangenen Fische gibt. Das Ende des spitz zulaufenden, sackförmigen Netzes hält er mit einem Strick in der linken Hand, während er das Netz mit der rechten so zu schleudern weiss, dass es sich ganz ausbreitet und so ausgebreitet an seiner Peripherie mit Blei beschwert zu Boden sinkt, beim Niederfallen die zufällig an dem Platz stehenden Fische bedeckt. An der Peripherie läuft neben den Bleistücken durch die letzten Maschen des Netzes eine Schnur, wodurch beim vorsichtigen Anziehen derselben das Netz selbst sackförmig geschlossen wird, in dieser Weise die unter dem Netz befindlichen Fische miteingeschlossen werden. Das Fischen dauert oft Stunden lang und der Eingeborne, der nur mit seinem grossen Strohhut gegen die brennenden Sonnenstrahlen geschützt ist, ermüdet nicht, oft einen halben Tag lang im Wasser zu stehen und diesem Geschäft obzuliegen. Die einzige Erfrischung bei dieser mühevollen Arbeit bietet ihm sein Betel, der von Zeit zu Zeit erneuert wird." Zitiert aus: Czurda, F. A. J. (1883). Catalog mit Erklärungen der Etnografischen Privatsammlung des Dr. F. A. J. Czurda in Postelberg (Böhmen). (S. 97-98). Wien, Wilhelm Braumüller

Sammler/in:
František A. J. Czurda (1844 Pisek - 1886 Cirebon) DNBarrow_outward
Zugangsdatum:
1883
Objektbezeichnung
Wurfnetz
Kultur
Süd-Sulawesi, Makassar
Material/Technik:
Geknüpftes Netz, Bleigewichte
Bildrecht
Weltmuseum Wien
Sammlungsbereich
Insulares Südostasien
Inv. Nr.
17670



















