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Haniwa sind unglasierte Tonwaren unterschiedlichster Form, die während der Kofun- oder Hügelgräber-Periode (etwa 3. bis 7. Jh.) auf den Erdgrabhügeln regionaler Herrscher aufgestellt waren. Sie wurden unter anderem in Gestalt von Gefäßständern, Töpfen, Zylindern, Häusern oder Tieren gefertigt. In der zweiten Hälfte der Kofun-Periode kamen auch haniwa in Menschengestalt auf. Das gegenständliche Exemplar besteht aus dem Kopf einer solchen Figur. Siebold interessierte sich auch für die japanischen Hügelgräber. So trägt in seinen Notes on Japanese Archaeology with Especial Reference to the Stone Age von 1879 eines der insgesamt acht Kapitel den Titel „Japanese Graves“. Darin erläutert der Autor die Merkmale von Hügel- und Tunnelgräbern (bei letzteren wurde die Grabkammer als Höhle in den Hang eines Hügels gegraben) und klärt ebenso über die dort anzutreffenden Grabbeigaben wie auch die zeitliche Periodisierung der Grabstätten auf. Weiters beschreibt er im Kapitel „Tsuchi Ningio or Clay Figures“ die Mythen zum Ursprung der haniwa sowie die Charakteristika solcher Tonfiguren. Die drei im Buch abgebildeten haniwa in Menschengestalt stimmen indes nicht mit dem vorliegenden Exemplar überein. Siebold hat u. a. Hügelgräber in der Umgebung von Takasaki in der Präfektur Gunma, in Kabutoyama (heute: Higashimatsuyama, Präf. Saitama) und in Ōyamura (heute: Kumagaya, Präf. Saitama) untersucht und Aufzeichnungen zufolge in Ōyamura zehn haniwa in Menschengestalt ausgegraben. Von welchem Hügelgrab die hier gezeigte Figur stammt, bleibt jedoch unklar. YK

Sammler/in:
Heinrich von Siebold (1852 St. Martin/Boppard - 1908 Schloss Freudenstein/Bozen) DNB

Material/Technik:
Terracotta

Bildrecht
Weltmuseum Wien

Sammlungsbereich
Ostasien

Geographie
Ostasien/Japan

Periode
Kofun-Periode, 4.-7. Jh.

Inv. Nr.
37230

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