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Fächer wie diese dienen zur Kühlung bei Hitze. Ihre Form geht auf die aus China überlieferten sashiba Blattfächer zurück, mit denen bei Zeremonien das Gesicht verdeckt wurde, oder die bei einem Aufzug hochrangiger Personen, über deren Kopf gehalten, für ein würdevolles Erscheinungsbild sorgen sollten. Bis ins Mittelalter dienten die Fächer vorwiegend repräsentativen Zwecken, wie der zur Schaustellung von Eleganz und Würde. Fächer wurden aus den unterschiedlichsten Materialen hergestellt. Verwendet wurden beispielsweise Vogelfedern, Seide, oder verwobene Pflanzenfasern, die aus der chinesischen Fächerpalme (birō) oder der japanischen Faserbanane gewonnen wurden. Die uns heute bekannte Form des Faltfächers entstand in der Muromachi-Periode (1333–1568). Bei diesen Fächern werden Streben aus dünn gespaltenen Bambusstielen mit Papier beklebt. Ab dieser Zeit gewannen Fächer auch in anderen Bevölkerungsschichten an Beliebtheit, entweder als Geschenkartikel oder für den Eigenbedarf. Fächer können als Schutz vor starker Sonnenstrahlung, zur Luftzufuhr beim Kochen oder als Behelf zum Auslüften von Kleidung und Papierwaren genutzt werden. Mit diversen Verzierungen versehe Fächer etablierten sich aber auch als Accessoire zum Ausgehen im Sommer, beispielsweise beim Genießen der Abendkühle, oder beim Fangen von Glühwürmchen. In der Edo-Periode wurden in ganz Japan Fächermanufakturen gegründet, in denen neben handbemalten auch robustere und prunkvollere aus Holz geschnitzte, mit dem Tannin haltigen Saft der Kakifrucht bestrichene shibu-uchiwa oder mit Lack bemalte Fächer entwickelt. Einige Exemplare wurden 1873 für die Weltausstellung nach Wien exportiert. (KH)

Sammler/in:
Heinrich von Siebold (1852 St. Martin/Boppard - 1908 Schloss Freudenstein/Bozen) DNB

Material/Technik:
Bambus, Papier, Aquarellfarben, Goldpapier, Goldsprenkel

Bildrecht
Weltmuseum Wien

Sammlungsbereich
Ostasien

Geographie
Ostasien/Japan

Inv. Nr.
33104

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