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Die kotsuzumi zählt zu den traditionellen Membranofonen Japans. An der Seite der taiko kommt ihr im Nō-Theater, in der Begleitmusik zum kabuki sowie in unterschiedlichen Formen volkstümlicher Unterhaltungskunst eine ganz wesentliche Rolle zu. Gelegentlich wird sie auch einfach tsuzumi genannt. In der Nara-Periode (710–794) wurden aus China verschiedene Arten von Trommeln übernommen, die ihren Ursprung vermutlich in Indien hatten. Als sich dann in der Muromachi-Periode (1333–1568) das Nō-Theater entwickelt hat, sind daraus wohl die heute gebräuchlichen ōtsuzumi (große Handtrommel) und kotsuzumi (kleine Handtrommel) entstanden. An beiden Enden des sanduhrförmigen Korpus ist ein Eisenring mit Pferdehaut bespannt, dazwischen sind shirabeo genannte Seile miteinander verschnürt. Beim Spielen umfasst der Musiker mit der linken Hand die seitlichen Seile an der Mitte des Instruments, positioniert die Trommel auf seiner rechten Schulter und schlägt mit der rechten Hand auf eine der beiden Membrane. Indem er mit der linken Hand an den Seilen zieht, verändert er die Spannung und erzeugt einen Nachhall – eine Spielweise, die als genuin japanisch gilt. Der Korpus aus lackiertem Holz wurde an einer Drehbank geformt und trägt ein Hortensienmuster aus Gold und Silber in makie-Technik. Dahinter verbirgt sich der Vergleich vom Farbwechsel der Hortensienblüten mit der Veränderung der Klangfarbe. In der dekorativen Gestaltung von Trommeln sind solche auf die Musik bezogenen Allegorien weit verbreitet. (KH)

Sammler/in:
Heinrich von Siebold (1852 St. Martin/Boppard - 1908 Schloss Freudenstein/Bozen) DNBarrow_outward
Material/Technik:
Holz, Goldlack, Seide
Bildrecht
Weltmuseum Wien
Sammlungsbereich
Ostasien
Geographie
Ostasien/Japan
Inv. Nr.
34615



















