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Drahthemd
Waju-rante
Hinweis: Nachfolgender Text stammt aus einem Sammlungskatalog des 19. Jahrhunderts und spiegelt in Sprache und Perspektive teilweise koloniale Denkmuster wider. Wir präsentieren den Text in seiner Originalfassung, um die Sammlungsgeschichte transparent zu machen und eine kritische Auseinandersetzung mit dem kolonialen Erbe zu fördern. Bestimmte Begriffe und Formulierungen können heute als problematisch empfunden werden. Ein Forschungsprojekt aus dem Jahr 2009 kam zu dem Schluss, dass die meisten Beschreibungen sachlich korrekt und weiterhin verwendbar sind; lediglich wenige Details erwiesen sich als ungenau oder fehlerhaft. Ergebnisse dieses Projektes wurden in folgendem Bestandskatalog publiziert: khm-wmw-tm-library.on.worldcat.org/oclc/1457155265"94. Drahthemd - Wadju-rante.Ein Malienkoller aus kleinen Kupferringen, sehr künstlich und zierlich verfertigt, ähnlich den europäischen Drahtkollern. Dieses Koller wird allein von fürstlichen Personen im Gefechte getragen und ebenfalls nur von Blutsverwandten des Fürsten verfertigt, die durch Jahrhunderte die Verfertigung desselben als heiliges Geheimnis bewahrt haben, das vorliegende Koller stammt von einem Prinzen des Fürsten von Goa, des gleichnamigen Reiches, unweit des Hauptplatzes von Süd-Celebes, Makassar gelegen. Man war lange Zeit der irrigen Ansicht diese Koller stammen von den Portugiesen her, seien Nachbildungen der europäischen Drahtkoller. Es ist jedoch erwiesen, dass dieselben auf Celebes schon einheimisch waren, als die Portugiesen das erste Mai das Land betraten. Es ist mit der grössten Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass diese höchst interessanten Koller aus Asien und zwar aus China stammen, da die Chinesen bereits Jahrhunderte vor den Portugiesen mit den Eingebornen von Celebes Handel trieben, theils selbst Celebes besuchten, theils von den kühnen buginesischen Seefahrern besucht wurden. Auf diesem Wege gelangten die Urbilder der jetzigen Nachbildungen auf Celebes unter die Eingebornen."Zitiert aus: Czurda, F. A. J. (1883). Catalog mit Erklärungen der Etnografischen Privatsammlung des Dr. F. A. J. Czurda in Postelberg (Böhmen). (S. 20-21). Wien, Wilhelm Braumüller

Sammler/in:
František A. J. Czurda (1844 Pisek - 1886 Cirebon) DNBarrow_outward
Zugangsdatum:
1883
Objektbezeichnung
Drahthemd
Kultur
Süd-Sulawesi, Gowa
Material/Technik:
Eisen
Bildrecht
Weltmuseum Wien
Sammlungsbereich
Insulares Südostasien
Inv. Nr.
17410



















