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Fischerboot (Modell)

Padewakang

Hinweis: Nachfolgender Text stammt aus einem Sammlungskatalog des 19. Jahrhunderts und spiegelt in Sprache und Perspektive teilweise koloniale Denkmuster wider. Wir präsentieren den Text in seiner Originalfassung, um die Sammlungsgeschichte transparent zu machen und eine kritische Auseinandersetzung mit dem kolonialen Erbe zu fördern. Bestimmte Begriffe und Formulierungen können heute als problematisch empfunden werden. Ein Forschungsprojekt aus dem Jahr 2009 kam zu dem Schluss, dass die meisten Beschreibungen sachlich korrekt und weiterhin verwendbar sind; lediglich wenige Details erwiesen sich als ungenau oder fehlerhaft. Ergebnisse dieses Projektes wurden in folgendem Bestandskatalog publiziert: khm-wmw-tm-library.on.worldcat.org/oclc/1457155265"525. Fischerboot - "Padewakang"Mehr ein Handelsfahrzeug, äusserst solide und seetüchtig gebaut, mit welchem die Eingebornen in allen Gewässern des indischen Archipel von China bis Hindostan, herumsegeln, überall Handel treibend oder auch Wochen und Monate lang auf hoher See Perlen und Trepang fischend. Die Buginesen sind wegen ihrer guten Fahrzeuge bekannt, sie verstehen vortrefflich gute und dauerhafte Schiffe zu bauen. Alle Buginesen sind tollkühne Seefahrer und gefährliche Piraten, welche die holländische Flotte, die in den Gewässern des Archipels kreuzt, das ganze Jahr beschäftigen. Die Piraten fallen nur kleine Fahrzeuge der Eingebornen oder der Chinesen an, oder landen an irgend einer Küste, wo sie die Bevölkerung überfallen und alle tauglichen Individuen gefangen nehmen, um sie als Sklaven zu verkaufen. Der Buginese ist durch seine ausgedehnte Schiffahrt ein guter Kaufmann und mit den Völkern des asiatischen Continents stets in reger Handelsverbindung. Man muss staunen, mit welcher Sicherheit diese kleinen Boote bei dem schlechtesten Wetter ohne Compass, ohne nautische Kenntnisse, allein durch gesundem Verstand und Muth regiert werden. Es gehen freilich alljährlich eine Menge solcher Boote zu Grunde, was jedoch das muthige Volk in seiner Unternehmungslust nicht zurückschreckt."Zitiert aus: Czurda, F. A. J. (1883). Catalog mit Erklärungen der Etnografischen Privatsammlung des Dr. F. A. J. Czurda in Postelberg (Böhmen). (S. 132-133). Wien, Wilhelm Braumüller  

Sammler/in:
František A. J. Czurda (1844 Pisek - 1886 Cirebon) DNB

Objektbezeichnung
Fischerboot (Modell)

Kultur
Bugis

Material/Technik:
Holz, Bambus, Rattan, Stoff, Garn

Bildrecht
Weltmuseum Wien

Sammlungsbereich
Insulares Südostasien

Inv. Nr.
17755

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