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Kochherd
Dapo
Hinweis: Nachfolgender Text stammt aus einem Sammlungskatalog des 19. Jahrhunderts und spiegelt in Sprache und Perspektive teilweise koloniale Denkmuster wider. Wir präsentieren den Text in seiner Originalfassung, um die Sammlungsgeschichte transparent zu machen und eine kritische Auseinandersetzung mit dem kolonialen Erbe zu fördern. Bestimmte Begriffe und Formulierungen können heute als problematisch empfunden werden. Ein Forschungsprojekt aus dem Jahr 2009 kam zu dem Schluss, dass die meisten Beschreibungen sachlich korrekt und weiterhin verwendbar sind; lediglich wenige Details erwiesen sich als ungenau oder fehlerhaft. Ergebnisse dieses Projektes wurden in folgendem Bestandskatalog publiziert: khm-wmw-tm-library.on.worldcat.org/oclc/1457155265"162. Kochherd - "Dapo".Ein eigenthühmlich geformter Herd aus gebranntem Thon, nur für einen grossen Topf verwendbar. Eine Art langer Schüssel, an der einen Seite rund, an der andern eckig. Auf den abgerundeten Theil kommt der Topf zu stehen, während in dem eckigen Theil das Feuer, gewöhnlich Holz oder Holzkohlenfeuer angemacht wird. Bei jedem solchen Kochherd befinden sich einige Bambusröhren, mit welchen das Feuer von Zeit zu Zeit angeblasen wird. Mit dem Kochen beschäftigen sich ausschliesslich nur Frauen, und diesen Herd, der nicht in jedem Hause angetroffen wird, ersetzen in den meisten Fällen drei gleich hohe Steine, auf welche der Topf gestellt wird, unter dem man das Feuer anmacht. In den meisten buginesischen Häusern ist ein eigener Küchenraum, wo auf dem aus geflochtenem Bambus verfertigten Boden sich einige zum Kochen bestimmte Steine befinden, die auf eine Lage Sand oder Erde gestellt werden, damit der leicht brennbare Boden nicht Feuer fängt. Ein Kamin existirt natürlich nicht und der Rauch sucht sich seinen Weg, wo er ihn findet. In der trockenen Zeit, wo es nicht regnet, wird meist im Freien, vor dem Hause, gekocht."Zitiert aus: Czurda, F. A. J. (1883). Catalog mit Erklärungen der Etnografischen Privatsammlung des Dr. F. A. J. Czurda in Postelberg (Böhmen). (S. 40). Wien, Wilhelm Braumüller

Sammler/in:
František A. J. Czurda (1844 Pisek - 1886 Cirebon) DNBarrow_outward
Zugangsdatum:
1883
Objektbezeichnung
Kochherd
Kultur
Süd-Sulawesi, Jeneponto
Material/Technik:
Ton; gebrannt
Bildrecht
Weltmuseum Wien
Sammlungsbereich
Insulares Südostasien
Inv. Nr.
17411



















