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Korb

Rantang

Hinweis: Nachfolgender Text stammt aus einem Sammlungskatalog des 19. Jahrhunderts und spiegelt in Sprache und Perspektive teilweise koloniale Denkmuster wider. Wir präsentieren den Text in seiner Originalfassung, um die Sammlungsgeschichte transparent zu machen und eine kritische Auseinandersetzung mit dem kolonialen Erbe zu fördern. Bestimmte Begriffe und Formulierungen können heute als problematisch empfunden werden. Ein Forschungsprojekt aus dem Jahr 2009 kam zu dem Schluss, dass die meisten Beschreibungen sachlich korrekt und weiterhin verwendbar sind; lediglich wenige Details erwiesen sich als ungenau oder fehlerhaft. Ergebnisse dieses Projektes wurden in folgendem Bestandskatalog publiziert: khm-wmw-tm-library.on.worldcat.org/oclc/1457155265"200. Korb - "Rantang".Ein Korb von ganz eigenthümlicher Form und Einrichtung, der vielleicht auch nur hier auf Süd-Celebes angetroffen wird. Er bildet eine Art abgestumpften Kegel, der in mehrere Etagen zerfällt, die einzeln für sich je einen runden Korb darstellen und so aufeinander gestellt werden, wobei der oberste mit einem Deckel bedeckt ist, dass sie ein thurmartiges Ganze bilden. Der vorliegende Korb ist etwa ein Meter hoch und besteht aus fünf Etagen, also aus fünf einzelnen Körben und einem Deckel. Er ist aus feingespaltenen, verschieden gefärbten Lontarblättern geflochten, wobei die Böden der einzelnen Körbee durch Ringe ans Rohr gesteift werden, so dass das Ganze eine bedeutende Festigkeit erhält. Das zum Flechten verwendete, verschieden gefärbte Lontarblatt ist in zierlichen und regelmässigen Figuren aneinander gereiht, wie überhaupt das Ganze viel Geschmack und Farbensinn der Eingebornen beweist. Diese Korbarten werden nicht allein zum Aufbewahren von Früchten und verschiedenem Zuckerwerk verwendet, sie dienen vorzüglich dazu, um Bekannten hochgestellten Personen, Fürsten, bei festlichen Gelegenheiten Geschenke zu senden. Jedes Fach ist bei einer solchen Gelegenheit mit einem andern Backwerk oder einer andern Fruchtsorte gefüllt. Je nach Rang, Stand und Vermögen des Gebers wird eine grössere oder geringere Anzahl solcher Körbe mit Geschenken gefüllt an die betreffende Person als Cadeau geschickt."Zitiert aus: Czurda, F. A. J. (1883). Catalog mit Erklärungen der Etnografischen Privatsammlung des Dr. F. A. J. Czurda in Postelberg (Böhmen). (S. 48). Wien, Wilhelm Braumüller  

Sammler/in:
František A. J. Czurda (1844 Pisek - 1886 Cirebon) DNB

Objektbezeichnung
Korb

Material/Technik:
Streifen von Silar- und Lontarblättern, Rattan; gefärbt und geflochten

Bildrecht
Weltmuseum Wien

Sammlungsbereich
Insulares Südostasien

Inv. Nr.
17451

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