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Lunte

Tali-api

Hinweis: Nachfolgender Text stammt aus einem Sammlungskatalog des 19. Jahrhunderts und spiegelt in Sprache und Perspektive teilweise koloniale Denkmuster wider. Wir präsentieren den Text in seiner Originalfassung, um die Sammlungsgeschichte transparent zu machen und eine kritische Auseinandersetzung mit dem kolonialen Erbe zu fördern. Bestimmte Begriffe und Formulierungen können heute als problematisch empfunden werden. Ein Forschungsprojekt aus dem Jahr 2009 kam zu dem Schluss, dass die meisten Beschreibungen sachlich korrekt und weiterhin verwendbar sind; lediglich wenige Details erwiesen sich als ungenau oder fehlerhaft. Ergebnisse dieses Projektes wurden in folgendem Bestandskatalog publiziert: khm-wmw-tm-library.on.worldcat.org/oclc/1457155265"287 - 288. Lunten.Die Lunten malayisch "tali-api" genannt, haben die Form eines Stäbchens, sind durch Zusammenbinden der Cocosfaser mittelst Hanfschnur gebildet. Sie werden, wie bei der letzten Nummer erwähnt, bei den Europäern allgemein angetroffen, glimmen den ganzen Tag und sind gewöhnlich unter die Aufsicht eines kleinen eingebornen Knaben, des "tali-api"-Jungen gestellt. Derselbe läuft seinem Herrn mit der brennenden Lunte in der Hand nach, hockt in seiner Nähe, folgt ihm auf dem Spaziergange, steht am Trittbrett des Wagens und ist überall zu finden, wo sich der Herr befindet. Bei einer Gesellschaft oder in Casinos müssen natürlich mehrere solche "tali-api"-Jungen vorhanden sein, die stets auf den Ruf "api" "Feuer", aufmerksam sein müssen, um die neue oder ausgegangene Cigarre  anzuzünden. Streichhölzchen werden zum Cigarrenanzünden von den Europäern so gut wie gar nicht verwendet. Hohe Beamte lassen sich auf der Promenade eine solche brennende Lunte von ihren uniformirten, eingebornen Bedienten nachtragen."Zitiert aus: Czurda, F. A. J. (1883). Catalog mit Erklärungen der Etnografischen Privatsammlung des Dr. F. A. J. Czurda in Postelberg (Böhmen). (S. 60). Wien, Wilhelm Braumüller  

Sammler/in:
František A. J. Czurda (1844 Pisek - 1886 Cirebon) DNB

Objektbezeichnung
Lunte

Material/Technik:
Kokosfaser; gebunden

Bildrecht
Weltmuseum Wien

Sammlungsbereich
Insulares Südostasien

Inv. Nr.
17540

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