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Beide Streichinstrumente, zu denen jeweils ein mit Rosshaar bespannter Bogen gehört, wurden für die in der Meiji-Periode populäre minshingaku verwendet. Minshingaku (Musik der Míng- und Qīng-Dynastie) ist eine Sammelbezeichnung für chinesische Musik, die in der Edo-Periode nach Japan gelangt und dort heimisch geworden war. Für gewöhnlich verweist der Begriff auf in der Bunka-/Bunsei-Ära (1804–1830) eingeführte Musik, die während der Meiji-Periode in Mode war. Die teikin verfügt über zwei Saiten. Eine Kokosnuss, von deren Schale etwa ein Drittel abgeschlagen wurde, bildet den Korpus, auf dessen Vorderseite ein Brett aus Paulownienholz klebt und auf dessen Rückseite ein Durchbruchmuster in Form der shippō (Sieben Juwelen) eingearbeitet ist. Durch den Korpus führt auch der Hals, dessen oberes Ende gebogen ist. Zwei seitenständige Wirbel am Kopf des Halses ermöglichen das Stimmen der Saiten. Das Instrument hat Ähnlichkeit mit der chinesischen yehu. Da die keikin ihrer Form nach einer etwas größeren Ausgabe der kokin entspricht, wird sie auch daikokin (große kokin) genannt. Sie hat vier Saiten, von denen abwechselnd eine dickere und eine dünnere aufgespannt sind, der Bogen wird zwischen den Seiten durchgeführt. Der zylindrische Korpus aus Bambusrohr ist auf einer Seite durch eine Bespannung mit Schlangenhaut verschlossen, während die andere Seite, auf der eine Rosette mit shippō-Durchbruchmuster angebracht ist, offen bleibt. Auch hier führt der Hals, in dessen oberen Ende vier Stimmwirbel stecken, durch den Korpus. Mitten auf der Membran aus Schlangenhaut sitzt zum Spannen der Saiten ein Steg (koma). Zudem sind die Saiten mit einem aus durchlöchertem Bein gefertigten Sattel (kamigoma) versehen. Entsprechung findet das Instrument in der chinesischen sihu. (KH)

Collector:
Heinrich von Siebold (1852 St. Martin/Boppard - 1908 Schloss Freudenstein/Bozen) DNB

Material/technology:
Kokosnußschale, Bambus, Pflanzenfasern

Copyright
Weltmuseum Wien

Collection area
Ostasien

Invs.
37314

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