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Kamelschmuck

 

Kamelzüchter in Indien, aber nicht nur dort sondern auch in vielen anderen Gegenden der Welt, schmücken zu besonderen Anlässen ihre Tiere. Da der Sammler dieses Objektes, Gerhard Foitl, außer Gujerat in Indien keine weiteren Angaben zum Ort des Erwerbes gemacht hat, können wir nur vermuten woher es stammt. Das mit Abstand größte Ereignis bei dem Kamele eine zentrale Rolle spielen ist ein großes Fest bei der Kleinstadt Pushkar. Hier findet der größte Kamelmarkt in ganz Asien statt. Über 20.000 Kamele sind dabei versammelt, die meisten davon reich geschmückt um ihre Schönheit zu betonen und auch um ein gutes Licht auf den Besitzer zu werfen. Das Pushkar mela, aus dem Sanskrit übersetzt „das große gesellschaftliche Zusammentreffen in Pushkar“, ist eine soziale und gleichzeitig religiöse Festveranstaltung. Alljährlich zu Kartik Poornima, dem ersten Vollmond im Monat Kartik (nach dem Mondkalender, Oktober oder November nach dem Sonnenkalender) und Höhepunkt einer längeren heiligen Periode kommen mehrere hundert Tausend Menschen zusammen um den Gott Brahma zu verehren. Wer die rituellen Vorschriften dieser Zeit streng befolgt kann von all seinen Sünden reingewaschen werden. Gleichzeitig wird ausgelassen gefeiert, und die über 20.000 Kamele bestaunt, viele davon wechseln ihre Besitzer. Zu einem der Höhepunkte des Kamelmarktes zählt der Wettbewerb, bei dem das schönste geschmückte Kamel mit einem Preis ausgezeichnet wird.

 

Die Menschen werden mehr, die Kamele weniger. Die Pushkar mela zählt heute zu den touristischen Hauptatrakktionen Indiens. Hotelzimmer müssen mehrere Jahre im Vorhinein gebucht werden, eine Stadt mit 22.000 Einwohnern wächst auf 400.000 Besucher an. Die Kamele werden weniger, in den Jahren 2012 bis 2019 um 37%. Ursprünglich das wichtigste Transportmittel für Lasten und Menschen werden sie immer mehr von Bussen, Lastwagen und Autos verdrängt.

Collector:
Gerhard Foitl (1928-2019)

Object Name
Kamelkopfschmuck

Culture
Indien

Material/technology:
Baumwolle und gemischte Materialien; Zwirnspalten / Ply-Split Braiding, Applikationen

Inscribed
Kamelzüchter in Indien, aber nicht nur dort sondern auch in vielen anderen Gegenden der Welt, schmücken zu besonderen Anlässen ihre Tiere. Da der Sammler dieses Objektes, Gerhard Foitl, außer Gujerat in Indien keine weiteren Angaben zum Ort des Erwerbes gemacht hat, können wir nur vermuten woher es stammt. Das mit Abstand größte Ereignis bei dem Kamele eine zentrale Rolle spielen ist ein großes Fest bei der Kleinstadt Pushkar. Hier findet der größte Kamelmarkt in ganz Asien statt. Über 20.000 Kamele sind dabei versammelt, die meisten davon reich geschmückt um ihre Schönheit zu betonen und auch um ein gutes Licht auf den Besitzer zu werfen. Das Pushkar mela, aus dem Sanskrit übersetzt „das große gesellschaftliche Zusammentreffen in Pushkar“, ist eine soziale und gleichzeitig religiöse Festveranstaltung. Alljährlich zu Kartik Poornima, dem ersten Vollmond im Monat Kartik (nach dem Mondkalender, Oktober oder November nach dem Sonnenkalender) und Höhepunkt einer längeren heiligen Periode kommen mehrere hundert Tausend Menschen zusammen um den Gott Brahma zu verehren. Wer die rituellen Vorschriften dieser Zeit streng befolgt kann von all seinen Sünden reingewaschen werden. Gleichzeitig wird ausgelassen gefeiert, und die über 20.000 Kamele bestaunt, viele davon wechseln ihre Besitzer. Zu einem der Höhepunkte des Kamelmarktes zählt der Wettbewerb, bei dem das schönste geschmückte Kamel mit einem Preis ausgezeichnet wird.
Die Menschen werden mehr, die Kamele weniger. Die Pushkar mela zählt heute zu den touristischen Hauptatrakktionen Indiens. Hotelzimmer müssen mehrere Jahre im Vorhinein gebucht werden, eine Stadt mit 22.000 Einwohnern wächst auf 400.000 Besucher an. Die Kamele werden weniger, in den Jahren 2012 bis 2019 um 37%. Ursprünglich das wichtigste Transportmittel für Lasten und Menschen werden sie immer mehr von Bussen, Lastwagen und Autos verdrängt.

Copyright
Weltmuseum Wien

Invs.
188336

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