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Sarong, Batik

Sarung

zweite Hälfte des 20. Jh. | Sri Tjahjani Kuhnt-Saptodewo

Ein Peranakan Sarong:

Der kepala (Kopf)-Teil hat einen roten Hintergrund mit dem typischen indo-europäischen buketan Motiv (Bouquet). Die Blumen sind mit ganz feinen isen (Füllzeichnungen) versehen (hoher Schwierigkeitsgrad!). Der badan-Teil hat einen braunen Hintergrund mit Reismotiv versehen und buketan.

Signiert: BATIK PRIMA; SUBHAN-H-M PEKALONGAN

 

Das Buketan-Muster, inspiriert von europäischen Blumenbouquets, wurden ab den 1910er Jahren populär und gehen auf die Batikdesignerin Elisa van Zuylen zurück. Seitdem haben viele andere Batikateliers das Buketan-Muster kopiert und zu ihrem eigenen Muster entwickelt. Fast alle Werkstätten an der Nordküste Javas hatten das Buketan-Muster in ihrem Repertoire. Dies resultierte in der Etablierung des Buketan-Musters als typisch für Pekalongan bzw. die Pesisir (Nordküste) Javas. Auch heute erfreut sich das Buketan-Muster noch großer Beliebtheit und wird weiterhin produziert.

Siehe Inv. Nr. 176877

 

Batik ist Kunst. Statt auf Leinwand wird das Kunstwerk auf Stoff gezeichnet. Als Ende des 19. Jh. synthetische Farben aus Europa nach Indonesien eingeführt wurden, fühlten sich viele Künstler animiert, mit den Farben zu spielen und neue Motive zu entwickeln. An der Nordküste Javas gründeten sie entlang den Hafenstädten neue Produktionsstätten für Batik. Es waren vor allem Migranten und Migrantinnen, die ihre Wurzeln im damaligen Holland, China und dem arabischen Raum hatten. Sie wurden als Peranakan bezeichnet, was ursprünglich „Kind eines Fremden mit indonesischer Mutter“ bedeutete. Heute beschreibt der Begriff Migranten und Migrantinnen, die bereits seit zwei Generationen in Indonesien leben.

Die Muster wurden durch Motive aus ihrer Herkunftskultur beeinflusst und ergänzt. So entstanden frische Motive und für die Region typische Farbstile und neue Färbungsmethoden. Die Namen der Batikmuster entsprechen den Orten, wo sie produziert wurden, wie Pekalongan, Kedungwuni, Lasem und Cirebon, Batang. Es entstand der „pesisiran stil“ (Nordküste Javas) in Kontrast zum klassischen, traditionellen „kraton stil“ (Palast Stil) vom Inneren des Landes, wie von Solo und Yogyakarta.

Eine neue Eigenschaft war auch, dass die Werkstätte die Stoffe mit einer Unterschrift autorisiert haben; ein Zeichen, dass sie ihre Werke als Kunst sehen.

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Collector:
Sri Tjahjani Kuhnt-Saptodewo (Kuratorin für Insulares Südostasien im Weltmuseum Wien (2005 bis 2017))

Time:
zweite Hälfte des 20. Jh.

Object Name
Sarong, Batik

Material/technology:
Maschinell gewebte Baumwolle, Leinwandbindung, Natur- und synthetische Farben, Handbatik (batik tulis), und Stempel/Handdruck Batik (batik cap)

Copyright
Weltmuseum Wien

Collection area
Insular Southeast Asia

Invs.
186161

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