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Tlaloc, Regen-Wasser-Fruchtbarkeitsgott

15.-16. Jahrhundert | Philipp Becker

Das ist der Regengott. Wie die meisten Götter hat er positive und negative Aspekte. Einerseits spendet er Regen und damit Fruchtbarkeit, Nahrung und Leben. Auf der anderen Seite steht die zerstörerische Gewalt von Überschwemmungen, Unwettern, Hagel und Blitzschlag. Der Regengott ist die am häufigsten dargestellte Gottheit in Mesoamerika. Zu seinen typischen Merkmalen gehören die brillenartigen Augenringe, die verlängerten Zähne und die eingerollten Mundwinkel. Und der Regengott wird in all diesen Kulturen gleich dargestellt. Sturmgott, Donnergott, Regengott – den haben alle Kulturen gleich gestaltet. Das ist eigentlich ein schönes Beispiel dafür, dass die Kulturen sehr vergleichbar waren. Und auch ein Grund dafür, dass wir sie nicht nach Kulturen geordnet haben. Aber ich muss auch dazu sagen: Ich wollte einmal etwas anderes machen als üblich. Das muss ich auch gestehen! Bei den Azteken hieß er Tlaloc, bei den Maya Chac und bei den Mixteken Dzahui, die sich selbst übrigens als "das Volk des Regengottes" bezeichneten. Über die Mythologie Mesoamerikas und die Darstellungsweisen der Götter wissen wir vor allem aus Chroniken der Kolonialzeit. Die spanischen Geistlichen haben die Kulturen beschrieben, weil sie daran interessiert waren, aber auch um die Kulturen kennenzulernen, weil sie natürlich Angst gehabt haben, dass die alten Religionen heimlich weitergeführt werden. Sie wollten diese Religionen bekämpfen, deswegen waren sie auch sehr daran interessiert: Was für Gottheiten gab es und wie waren sie dargestellt?

Collection:
Philipp Becker

Donation:
Georg Haas (1841 Schlaggenwald - 1914 Schloss Mostau, Westböhmen) DNB

Time:
15.-16. Jahrhundert

Object Name
Tlaloc, Regen-Wasser-Fruchtbarkeitsgott

Culture
Nahua

Material/technology:
Stein

Copyright
Weltmuseum Wien

Invs.
59095