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Hierbei handelt es sich um einen Wasserkessel vom Typ odare Fuji-gata. Ähnlich der Form von Japans höchstem Berg, dem Fuji, ist der Korpus dabei oben abgeflacht und nach unten hin verbreitert. Odare (hier etwa: Dachtraufe) steht für einen Stil, bei dem der untere Rand des Korpus mit seinem unregelmäßig gewellten Linienverlauf einem Kessel gleicht, dessen Boden abgebröckelt ist. Ursprünglich durch das Auswechseln eines von langjährigem Gebrauch beschädigten Kesselbodens entstanden, erfreute sich diese Form so großer Beliebtheit, dass schließlich eigens Kessel dieser Art gefertigt wurden. Das Relief am Korpus zeigt auf der einen Seite, vor dem Hintergrund aufragender Berge, eine menschliche Gestalt mit Stock, die gerade die Brücke über einen Fluss überquert. Auf der anderen Seite des Korpus prangt in verwegener Schrift ein Gedicht des chinesischen Dichters Wang Bo (649–676) aus der frühen Tang-Dynastie (618–907).12 Der äußere Bogen des Henkels ist nach Art des „Melonenwappens“ (mokkō) eingekerbt, die am Korpus angebrachten Ösen für den Henkel und der Knauf am Deckel tragen jeweils die Form eines Hauses. Am Deckel selbst ist ein stromlinienförmiges Muster mit Silberdraht in die Bronze getrieben. Beliebt ist auch die Kesselform nach Art des Berges Fuji. Besonders bei Eisenwaren aus Nanbu in der Präfektur Iwate gibt es viele Beispiele dafür. (HK)

Sammler/in:
Heinrich von Siebold (1852 St. Martin/Boppard - 1908 Schloss Freudenstein/Bozen) DNB

Material/Technik:
Eisen

Bildrecht
Weltmuseum Wien

Sammlungsbereich
Ostasien

Geographie
Ostasien/Japan

Inv. Nr.
32769

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