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Diese jingasa genannten Helme wurden ab der Muromachi-Periode (1333–1568) von Fußsoldaten niederen Rangs, wie den ashigaru, auf dem Schlachtfeld getragen. Jingasa wurden anfangs aus dünnem Metall oder lackiertem Leder gefertigt und zum Zweck der Unterscheidung von Freund und Feind für gewöhnlich an der Vorderseite mit Familienwappen oder Erkennungszeichen versehen. Während des langanhaltenden Friedens in der Edo-Periode dienten die jingasa auch als Kopfbedeckung bei langen Reisen oder sie wurden von den Samurai bei der militärischen Aufwartung vor dem Feudalherrn getragen. Diese qualitativ hochwertigen, relativ großformatigen jingasa sind aus Holz und geschichtetem Papier gefertigt und am Rand mit einer Krümmung versehen. Häufig wurden zusätzlich zu den Wappen weitere prachtvolle Verzierungen hinzugefügt. Da in der Umbruchphase gegen Ende der Edo-Periode die Verwendung von jingasa zugenommen hatte, erließ das Shōgunat eine Verordnung, nach der die Zugehörigkeit anhand der Farbe der jingasa gekennzeichnet werden musste. Die beiden abgebildeten jingasa sind in einer abgeflachten Form gefertigt, die ichimonji jingasa genannt wird. Für die Oberfläche kam eine Lackiertechnik zum Einsatz, die als tataki-nuri bezeichnet wird, einer allgemeineren Bezeichnung für kawari-nuri. Bei dieser Technik wird dem Lack Eiweiß oder Tōfu beigemengt. Der dadurch klebrig gewordene Lack wird nach dem Aufgetragen mit einem tampo (ein mit Seide umwickelter Wolltupfer) bearbeitet, sodass ein unebenes Faltenmuster entsteht. Einer dieser jingasa ist außen braun und auf der Innenseite schwarz lackiert. Der andere ist außen indigoblau und auf der Innenseite gelb lackiert sowie am Rand mit einem makie verziert. Der indigoblaue jingasa wurde von höherrangigen Samurai getragen, denen eine Audienz beim Feudalherrn gewährt wurde. (KH)

Sammler/in:
Heinrich von Siebold (1852 St. Martin/Boppard - 1908 Schloss Freudenstein/Bozen) DNBarrow_outward
Material/Technik:
Holz, Leinengewebe, Lack
Bildrecht
Weltmuseum Wien
Sammlungsbereich
Ostasien
Geographie
Ostasien/Japan
Periode
Edo-Periode 18. - 19. Jh.
Inv. Nr.
32558
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