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Dieser Schwertständer ist für sieben katana Schwerter mit einem Träger oben in der Mitte sowie jeweils drei Trägern auf der Vorder- und Rückseite gearbeitet. Die Oberfläche ist schwarz lackiert und in raden-Technik verziert. Die Täfelung zeigt auf der Vorderseite einen aufsteigenden Drachen und auf der Rückseite einen Tiger in einem Bambushain. Tiger, Drache und Bambus sind in einer Technik dargestellt, bei der die Fläche unterhalb der aufgeklebten, großen Perlmuttstücke mit Blattsilber verziert wird, auf das mit Tusche, gelber und grüner Farbe das Motiv gezeichnet wird, sodass die Farben durch das halbdurchsichtige Perlmutt hindurchschimmern. Der Boden und die vorbeizeihenden Wolken sind mit feinen Perlmuttstücken in makie-Technik gespickt. Lackkunstobjekte in diesem Design wurden zwischen der späten Edo-Periode bis in die Meiji-Periode häufig von Handwerkern in Nagasaki hergestellt. Die gemeinsame Darstellung eines aufsteigenden Drachen und eines Tigers in einem Bambushain ist ein Motiv, das seit der Muromachi-Periode (1333–1568) bei Tuschezeichnungen und Wandbemalungen überaus beliebt war. Es geht auf die Strophe „Die Wolken folgen dem Drachen, der Wind folgt dem Tiger“ aus dem klassischen chinesischen Werk Yijing (Buch der Wandlungen) zurück und war ein unter den Samurai äußerst beliebtes Motiv. Die Strophe besagt, dass durch Unterwerfung der Wolken der Drache an Antrieb und durch Unterwerfung des Windes der Tiger an Geschwindigkeit und Würde gewinnt. Ein Sinnbild dafür, dass alles einen guten Lauf nimmt, wenn einem edlen Herrscher begabte Vasallen dienen und Gleichgesinnte gemeinsam ein Ziel verfolgen. (KH)

Sammler/in:
Heinrich von Siebold (1852 St. Martin/Boppard - 1908 Schloss Freudenstein/Bozen) DNB

Material/Technik:
Holz, Perlmutt

Bildrecht
Weltmuseum Wien

Sammlungsbereich
Ostasien

Geographie
Ostasien/Japan

Inv. Nr.
32518

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