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Diese Regimentsfahne aus einem irisierenden Seidenstoff wurde in Leinwandbindung mit Kettfäden aus Rohseide und Schussfäden aus Seidengarn gewebt. Das Familienwappen, bestehend aus einer geviertelten Raute in einem Kreis, ist in Indigoblau auf die Vorder- und Rückseite aufgemalt. Das Familienwappen kann der Kakizaki- bzw. Matsumae-Familie zugeordnet werden, die als Feudalherren der Provinz Matsumae auf der Halbinsel Oshima in Hokkaidō die Herrschaft über Ezo vorantrieben und in enger Beziehung zu den Ainu standen. Siebold befasste sich mit der Erforschung der Ainu und begab sich selbst im Jahr 1878 nach Hokkaidō, wo er etwa eine Woche lang in einem Dorf der Ainu verweilte, um deren Leben und Kultur zu studieren. Drei Jahre später präsentierte er seine Studienergebnisse auf einer ethnologischen Tagung in Berlin unter dem Titel Ethnologische Studien über die Aino auf der Insel Yesso. Als erster Studienbericht, der die Ainu in Europa bekannt machte, wurde dieser hoch geachtet. Das Familienwappen allein bietet zwar keinen eindeutigen Beweis, doch in Anbetracht von Siebolds Studienreise ist es äußerst wahrscheinlich, dass diese Fahne aus der Kakizaki- bzw. Matsumae-Familie stammt. (KS)

Sammler/in:
Heinrich von Siebold (1852 St. Martin/Boppard - 1908 Schloss Freudenstein/Bozen) DNBarrow_outward
Material/Technik:
Seide, Leder
Bildrecht
Weltmuseum Wien
Sammlungsbereich
Ostasien
Geographie
Ostasien/Japan
Inv. Nr.
32569



















