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Ahnenfigur "lairliante" und Ahnenfigur "luli"

Bis zum Beginn des 20. Jhdt. wurden auf den meisten Inseln der Südwestmolukken Ahnenfiguren hergestellt. Unter dem Einfluss christlicher Missionierung, die auf den Leti-Inseln ab 1820 von Ambon aus durch die evangelische Kirche erfolgte, wurden in den folgenden Jahren viele Ahnenfiguren und Altäre mit den Figuren der Dorfgründerahnen, die sich in der Mitte der Dörfer befanden, verbrannt. "Überlebt" haben nahezu nur jene Figuren, die in Museen und Privatsammlungen aufbewahrt wurden.

Auf Leti werden die Statuen der ersten weiblichen Ahnin mit dem Ausdruck "luli" (=heilig) bezeichnet. Von der Formgebung her sind zwei Darstellungsarten bekannt, von denen eine eher realistisch, die andere eher abstrakt ist. Bei der realistischen wird eine Frau mit nach oben gestreckten, weit ausgebreiteten Armen, die Handflächen nach vorne weisend dargestellt. Die hier abgebildete Statue war dem Sammler zufolge am Vordergiebel eines Hauses angebracht und sollte die Bewohner vor schädlichen Einflüssen schützen und als Mittlerin zu den höheren Mächten fungieren.

Männliche Ahnenfiguren wurden immer in hockender Haltung mit angezogenen Beinen und darauf ruhenden verschränkten Armen dargestellt. Die Beschaffenheit der Unterseite des Sockels deutet darauf hin, dass diese Figur ursprünglich wahrscheinlich auf der Spitze eines hohen Pfahls angebracht war.

Zeit:
1892

Objektbezeichnung
Figuren

Material/Technik:
Holz, Konchylien

Bildrecht
Weltmuseum Wien

Sammlungsbereich
Insulares Südostasien

Inv. Nr.
106982 und 106988

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