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Reismesser aus verschiedenen Gegenden

Reis ist heute das wichtigste Grundnahrungsmittel für die Bevölkerung Südostasiens. Neben seiner wirtschaftlichen, ernährungspolitischen und kulturellen Bedeutung genießt er auch religiöse Verehrung, die sich in zahlreichen, je nach Kultur unterschiedlichen Ritualen widerspiegelt. In Indonesien und auf den Philippinen wurde traditionellerweise die Erntearbeit ausschließlich von Frauen durchgeführt, die dazu ein kleines wiegenförmiges Messer (Indonesien: ani-ani; Philippinen:gamulang), bestehend aus einem Holzgriff mit eingesetzter Metallklinge, verwendeten. Damit wurden die Halme knapp unterhalb der Rispen abgeschnitten. Material, Form, Schnitzereien und Bemalung variieren je nach Region, Kultur, aber auch sozialem und ökonimischem Status des/der BesitzerIn. In der javanischen Mythologie wurde der Einsatz dieses Werkzeuges damit begründet , dass es in der hohlen Hand der Frauen vor der Reisseele verborgen bleibt und die Reisgöttin Dewi Sri nicht erzürnt. Seit Beginn der 1970er Jahre wurden die traditionellen Reissorten und Arbeitstechniken weitgehend ausgetauscht und modernisiert mit dem Ziel einer effizienteren Landwirtschaft und Ertragssteigerung, wobei auch das reismesser der Sichel weichen musste. Dies führte teilweise zu einschneidenden, jedoch nicht immer positiven Veränderungen in den ökonomischen und sozialen Verhältnissen der dörflichen Bevölkerung.

Objektbezeichnung
Reismesser

Material/Technik:
Griffe: Bambus, Hirschhorn, Holz

Bildrecht
Weltmuseum Wien

Sammlungsbereich
Insulares Südostasien

Inv. Nr.
56940 und andere

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