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Figur

Anito

2. Hälfte 19. Jhd. | Alexander Schadenberg

Vor einigen Jahren wurde dieses über lange Zeit vergessene und einzigartige Exemplar seiner Art im Safe des Museums für Völkerkunde, wo es seit seiner Ankunft vor mehr als hundert Jahren aufbewahrt worden war, wieder entdeckt. Leider können wir die genaue Bedeutung dieser Figur nur vermuten bzw. rekonstruieren. So zum Beispiel lässt der auffallende erigierte Penis den Zusammenhang mit Fruchtbarkeitsvorstellungen vermuten, welche wiederum mit Reichtum im Allgemeinen assoziiert werden. Die Figur ist unbekleidet, trägt jedoch einen relativ großen Gegenstand als Kopfbedeckung, der einen Korb, ein Blatt oder eine Kalebasse darstellen könnte. Die Figur ist eher grob gearbeitet, wobei die Technik des verlorenen Wachsgusses angewandt wurde. Stilistisch erinnert sie an Holzschnitzereien aus der Kalanguya / Kankana-ey Region. Diese Figur ist vergleichbar mit den tinagtagu, den (anthropomorphen) anito (Ahnen-)Pfeifen aus Bronzeguss. Die Position der Figur ist äußerst ungewöhnlich; ihre linke Hand (anstelle des Ellenbogens) ruht auf dem linken Knie, während die rechte Hand einen Stab hält, der höchstwahrscheinlich den "silber"köpfigen Stock symbolisieren sollte, der traditionellerweise vom spanischen Gouverneur an angesehene Häuptlinge als Zeichen der Autorität verliehen wurde.

Sammlung:
Alexander Schadenberg (1852 Breslau - 1896)

Zeit:
2. Hälfte 19. Jhd.

Objektbezeichnung
Figur

Kultur
Kankanay

Material/Technik:
Gold

Bildrecht
Weltmuseum Wien

Sammlungsbereich
Insulares Südostasien

Inv. Nr.
42023

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