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Brusttuch, Batik

Kemben

Erste Hälfte des 20. Jh. | Museum Nusantara, Delft

Das Tuch ist ein Brusttuch (Kemben) mit länglicher roter Raute in der Mitte, genannt Sindangan, und wird von cemukiran (flammenähnlichen Ornamenten) umrandet. Es hat ein florales Motiv und zwei große Fische, was darauf hindeutet, dass es an der Nordküste Javas produziert wurde.

 

Kemben ist ein Tuch, das um den Oberkörper gewickelt und über einem Kain Panjang (Hüfttuch) getragen wird. Wenn man die Darstellungen in den javanischen Tempeln betrachtet, kann man feststellen, dass diese Art der Bekleidung bereits seit dem 8. Jahrhundert beliebt war. Auch gegenwärtig wird dieses schulterfreie Kleidungsstück bei zahlreichen indonesischen Ritualen, traditionellen javanischen Tänzen sowie Palastzeremonien in den javanischen Palästen (kraton) getragen. Die nackten Schultern, die beim Tragen von Kemben sichtbar sind, können als Ausdruck von Ästhetik, Eleganz und Weiblichkeit betrachtet werden. Es ist bedauerlich, dass dieses Kleidungsstück immer mehr in den Hintergrund gedrängt wird.

 

Diese Batik stammt aus der Kollektion Museum Nusantara, Delft, Niederlande, das 2018 endgültig geschlossen wurde. Ein Teil der Sammlung wurde nach Indonesien zurückgeschickt (ca. 1500 Objekte). Das Weltmuseum Wien konnte einen Teil der Kollektion (77 Objekte) bekommen.

Sammlung:
Jan Herman Beltman

Zeit:
Erste Hälfte des 20. Jh.

Objektbezeichnung
Brusttuch, Batik

Material/Technik:
Wachsbatik (Batik tulis) mit einseitigem Wachsauftrag auf Baumwolle; Leinwandbindung; Maschinnaht an drei Seiten und eine Webkante

Bildrecht
Weltmuseum Wien

Sammlungsbereich
Insulares Südostasien

Inv. Nr.
190892

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