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Tuch, Batik
Kain Panjang
Um 1920 | Reinhold Mittersakschmöller
Ein Batiktuch mit dem Design Ciptoning, cipta hening, geht auf die Geschichte zurück, als Arjuna aus dem Mahabharata-Epos, im Wald meditierte, um seine schlechte Leidenschaft zu bekämpfen und andere negative Verlangen Herr zu werden. Das Muster ist immer mit einem Gitterwerk aus dem Parang Rusak Motiv (schrägen Streifen) versehen. Hier sieht man an jede Ecke das Kawung Muster. Parang Rusak und Kawung-Muster sind beide nur der Königsfamilie vorbehalten.
Innerhalb des Gitterwerkes sind öfter wayang-Figuren mit dem Untergrund dele kecer (‚gestreute Sojabohnen‘) zu sehen. In diesem Fall ist eine weibliche wayang-Figur abgebildet und ein Tiger, der den Kopf auf ihrem Schoß legt. Es könnte sich hier um einen persönlichen Wunsch des Auftragsgebers bzw. Auftragsgeberin handeln.
In dieser Batik sehen wir auch ein typisches Muster aus dem Palast Yogyakarta, das mangkoro (‚Kampf-Schild‘) heißt. Das Motiv wird als Symbol verwendet, um Gefahren abzuwehren.
Ein Batiktuch mit diesem Muster ist bei Hochzeiten oder Verlobungsfeiern zu tragen, um dem Paar zu wünschen, dass sie sich nicht von ihrem Weg abgebracht werden mögen.
Provenienz nach Angaben des Vorbesitzers: Kraton (Sultanspalast) in Yogyakarta.

Sammler/in:
Reinhold Mittersakschmöller DNBarrow_outward
Zeit:
Um 1920
Zugangsdatum:
2008
Objektbezeichnung
Tuch, Batik
Kultur
Yogyakarta, Java
Material/Technik:
Maschinell gefertigte Baumwolle, Leinwandbindung, Naturfarben (soga), Handbatik (batik tulis)
Bildrecht
Weltmuseum Wien
Sammlungsbereich
Insulares Südostasien
Inv. Nr.
187306



















