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Vishnu Narayana

14./15. Jahrhundert | Carl Alexander Anselm von Hügel

Vishnu wird als Erhalter der etablierten Ordnung der Welt und des Universums verehrt. Wenn in der Abfolge der unendlichen Zeitalter die Erde immer wieder an den Rand des Untergangs gerät, gewinnt das Böse in Form mythologischer Dämonen immer mehr die Überhand. Nun liegt es an Vishnu als Verkörperung des Guten dem Dämonenherrscher gegenüberzutreten und die Herrschaft der Götter wieder einzusetzen, um so die Erde vor dem Untergang zu retten. Dafür wird er in verschiedensten Inkarnationen auf der Welt tätig.

 

Die Attribute in seinen beiden erhobenen Händen drücken Aspekte seines Wesens aus. Der Diskus (sudarshana) in seiner erhobenen rechten Hand symbolisiert als Angriffswaffe der frühen Kriegsführung sowohl die destruktive Fähigkeit Vishnus als er auch für die ewige Rotation der Welt und den kontinuierlichen Wandel und schließlich für die kosmisch/ethische Ordnung selbst steht. Wie Shiva herrscht auch er über die Zeit. Das Schneckengehäuse (panchajanyam) in seiner erhobenen Linken symbolisiert den Akt der Erschaffung. Der Ton des Muschelhorns gilt auch als erste Manifestation des Absoluten in der empirischen Welt. Viele glauben, wer es berührt erlangt sofort Weisheit. Da Vishnu in seinem Wesen Extreme vermeidet erfreut er sich großer Popularität. Er gilt auch als Gott der Liebe und des Gefühls.

 

Die Statue aus der vorislamischen Zeit der Chola-Könige (Blütezeit 9. – 13. Jahrhundert) in Südindien verweist auf deren Rolle als Stifter einer aufstrebenden Kunstproduktion zur Ausstattung vieler Tempelneubauten, die zum kulturellen Mittelpunkt dieser Epoche wurden. Statuen der Götter erfüllten ihre Rolle in täglichen Ritualen ebenso wie in Prozessionen und Tempelfesten.

Sammlung:
Carl Alexander Anselm von Hügel (1796 Regensburg - 1870 Brüssel) DNB

Zeit:
14./15. Jahrhundert

Objektbezeichnung
Vishnu

Kultur
Indien

Material/Technik:
Metall, Messingguss

Bildrecht
Weltmuseum Wien

Inv. Nr.
3006

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