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Dakshina Kali

20. Jahrhundert | Günther Jontes

 

Ein Aspekt der Muttergöttin ist blutdurstig, gewaltsam und unheimlich, wird oft auf dem Schlachtfeld oder Verbrennungsplatz siegreich stehend dargestellt, mit verschiedenen Waffen in ihren vielen Armen, mit Halskette aus menschlichen Schädeln, heraushängender roten Zunge und grossen Fangzähnen. Auf diesem Bild tretet Kāli im triumphaler Haltung auf dem sich hingebend ausstreckendem Śiva. Wenn die Szene auf einem Verbrennungsplatz dargestellt wird, geht es um die grosse Vernichtung der Welt, wobei am Ende eines Ära der gesamte Kosmos in Vishnu bzw. Kali absorbiert wird, um dann die Welt neu zu kreiern. Mit dieser zerstörerischen Handlung ist Kali mit Shiva gleichgestellt. Hier erscheint aber eher ein Schlachtfeld, wo Kali einmal am Blut ihrer Opfer berauscht hatte, und außer Kontrolle zu tanzen begann, womit die Welt bedroht hat. Shiva legte sich auf dem Boden, um sie zum Aufhören zu bringen. Laut Mythos hörte Kali mit dem tanzen auf, die Ikonographie stellt sie aber eher unkontrollierbar und auf Shiva triumphierend vor. Die dritte Geschichte endet genauso, nur handelt es sich um ein Tanzwettbewerb zwischen Kali und Shiva.

Solche gedruckte Bilder von Devī erschienen im letzten Viertel des 19. Jhs in Bengal, zuerst mit Holzdruck, Litographie, Öldruck dann mit modernem Drucktechnik vermehrt, oft in einem „devotionaler Pin-up Stil”. Massenproduktion solcher Posters bedeutete Kommerzialisierung der Religion, und wurde zum Marketingmittel. Diese Bilder drücken aber bis heute ortodoxes Denken aus, und bleiben innerhalb der hindu ikonographischen Tradition

Zeit:
20. Jahrhundert

Objektbezeichnung
Andachtsbild: Mana Kali Mata

Kultur
Indien

Material/Technik:
Papier

Bildrecht
Weltmuseum Wien

Inv. Nr.
169662_11

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