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Dargestellt ist ein typisches Räuchergefäß mit drei Beinen, auf dessen Deckel die Figur eines chinesischen Löwen sitzt. Zudem trägt der Deckel ein Durchbruchmuster in Gestalt eines blumenartigen Rankenornaments (hōsōge karakusa). Den Korpus ziert, vor dem Hintergrund des Donnermusters, das Motiv des taotie. Räuchergefäße dieser Art dienen zum Verbrennen von Weihrauch während der buddhistischen Andacht, wo sie neben einem Kerzenhalter und einer Blumenvase auf dem Altar stehen. Räuchergefäß, Blumenvase und Kerzenhalter (oder Laterne) werden als „Dreigerät des buddhistischen Altarschmucks“ (mitsu-gusoku oder san-gusoku) bezeichnet und sind unverzichtbare Utensilien für das Abhalten einer Totenandacht. Das Räuchergefäß wird dabei in der Mitte platziert. Die rechte Vorderpfote des Löwen auf dem Deckel des Gefäßes ruht auf einem mannentake („Zehntausend-Jahre-Pilz oder Pilz der Unsterblichkeit“, dt.: glänzender Lackporling). Da die Spitze des nyoi (etwa: alles nach Wunsch) genannten Zepters, das buddhistische Priester bei der Sutren-Rezitation oder der Predigt in der Hand halten, der Form jenes Pilzes ähnelt, steht der mannentake ebenso für die Erfüllung von Wünschen. Darüber hinaus findet er als Glücksbringer zur Zierde der tokonoma (traditionelle Zimmernische) sowie als Motiv, das buddhistische Kultgegenstände schmückt, Verwendung. Es gibt zahlreiche Beispiele für Löwen als Dekoration auf Räuchergefäßen. Von den „neun Söhnen des Drachen“, wie sie seit der Míng-Dynastie (1368–1644) bekannt waren, glich der Sangei (chin. Suanni) einem Löwen und hatte außerdem eine Vorliebe für Rauch und Feuer, weshalb man ihn als Schmuck für Räuchergefäße verwendete – ein Brauch, aus dem schließlich eine fest etablierte Kombination geworden ist. (HK)


Collector:
Heinrich von Siebold (1852 St. Martin/Boppard - 1908 Schloss Freudenstein/Bozen) DNBarrow_outward
Material/technology:
Bronze
Copyright
Weltmuseum Wien
Collection area
Ostasien
Geography
Ostasien/Japan
Invs.
34662



















