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Sarong, Batik

Kain Kelengan

1. Hälfte 20. Jh. | Museum Nusantara, Delft

Ein Peranakan-Sarong namens Sarong Kelengan.

Das Muster dieser Batik ist von europäischen Motiven beeinflusst und enthält viele romantische Elemente.

Die Kepala (Kopfteil) hat einen dunklen Hintergrund und zwei Blumenkränze aus Dahlien, Anjelir und Wiesenblumen. In der Mitte des oberen Kranzes stehen zwei Vögel auf einem Ast, während sie im unteren Kranz davonfliegen.

Der Badan (Körper) hat einen cremefarbenen gedekan (wie geflochtene Bambuswände) und das gleiche Vogelmotiv, aber ohne die Kränze, dafür mit losen Sträuchern.

Die feinen Isen (Füllzeichnungen) in den Blumen und Vögeln zeigen die gute Qualität der Batik.

 

Ein blau-weiß gemustertes Batiktuch heißt Kain Kelengan. Interessanterweise gibt es zwei verschiedene Verwendungen des Kain Kelengan: Von den indoeuropäischen Peranakan-Mädchen wurde es in der Hochzeitsnacht als Zeichen der Reinheit und Jungfräulichkeit verwendet, von den chinesischen Peranakan für Trauerzeremonien (siehe: Heringa, R./Veldhuisen, H.C., Fabric of Enchantment: Batik from the North Coast of Java, Los Angeles: Los Angeles County Museum of Art, 1996).

 

Batik ist Kunst. Statt auf Leinwand wird das Kunstwerk auf Stoff gezeichnet. Als Ende des 19. Jh. synthetische Farben aus Europa nach Indonesien eingeführt wurden, fühlten sich viele Künstler animiert, mit den Farben zu spielen und neue Motive zu entwickeln. An der Nordküste Javas gründeten chinesische, holländische und arabische Einwanderer entlang den Hafenstädten neue Produktionsstätten für Batik. Die Muster wurden durch Motive aus ihrer Herkunftskultur beeinflusst und ergänzt. So entstanden frische Motive und für die Region typische Farbstile und neue Färbungsmethoden. Die Namen der Batikmuster entsprechen den Orten, wo sie produziert wurden, wie Pekalongan, Kedungwuni, Lasem und Cirebon.

Batik ist im steten Wandel. Die Kreativität kennt keine Grenzen. Durch europäische Magazine oder Postkarten wurden viele Motive auch von Europa beeinflusst. Neu war auch, dass einzelne Batiken von den Herstellern signiert wurden. Es entstand der „pesisiran stil“ in Kontrast zum traditionellen „kraton stil“ (Palast Stil) vom Inneren des Landes.

 

Diese Batik stammt aus der Kollektion Museum Nusantara, Delft, Niederlande, das 2018 endgültig geschlossen wurde. Ein Teil der Sammlung wurde nach Indonesien zurückgeschickt (ca. 1500 Objekte). Das Weltmuseum Wien konnte einen Teil der Kollektion (77 Objekte) bekommen.

Time:
1. Hälfte 20. Jh.

Object Name
Sarong, Batik

Culture
Peranakan

Material/technology:
Maschinell gefertigte Baumwolle, Leinwandbindung, Naturfarben (Indigo und Soga), Handbatik (batik tulis)

Copyright
Weltmuseum Wien

Collection area
Insulares Südostasien

Invs.
190931

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