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Mütze

Capil

Hinweis: Nachfolgender Text stammt aus einem Sammlungskatalog des 19. Jahrhunderts und spiegelt in Sprache und Perspektive teilweise koloniale Denkmuster wider. Wir präsentieren den Text in seiner Originalfassung, um die Sammlungsgeschichte transparent zu machen und eine kritische Auseinandersetzung mit dem kolonialen Erbe zu fördern. Bestimmte Begriffe und Formulierungen können heute als problematisch empfunden werden. Ein Forschungsprojekt aus dem Jahr 2009 kam zu dem Schluss, dass die meisten Beschreibungen sachlich korrekt und weiterhin verwendbar sind; lediglich wenige Details erwiesen sich als ungenau oder fehlerhaft. Ergebnisse dieses Projektes wurden in folgendem Bestandskatalog publiziert: khm-wmw-tm-library.on.worldcat.org/oclc/1457155265"329 - 330. Mützen - "Tjapil".Zwei echt javanische Kopfbedeckungen, orginell und national. Die Form erinnert an die europäischen Augenschirme der Augenkranken. Die Mütze bildet nur ein grosser Schirm über die Augen, der mit einem Ring, welcher um den Kopf herum läuft, verbunden ist. Oben hat diese Mütze keinen Deckel, nur einen Stirntheil [sic!], der über den Schirm etwas spitz zulaufend gegen den Scheitel reicht. Diese Mütze, die den Scheitel frei lässt und nur die Augen bedeckt, dient offenbar nur dazu, um die Augen vor dem Sonnenlichte zu schützen. Der Kopf selbst ist von einem blauen Kopftuche fest eingehüllt, über welches diese eigenthümliche Kopfbedeckung aufgesetzt wird. Diese Mützen sind aus steifem Papier oder Leder verfertigt, mit schwarzem Tuch überzogen, die eine der vorliegenden mit einer Goldborte, die andere mit schwarzen Glaskorallen verziert. Eine solche Kopfbedeckung wird im gewöhnlichen Leben auf der Strasse von jedem echten Javanen getragen, Hoch und Nieder. Sie ist eine volksthümliche [sic!] Kopfbedeckung, die nur bei den Javanen zu finden ist. Die eigenthümliche  Form dieser Mütze, dass sie oben keinen Deckel besitzt, ist durch das Tragen des langen Kopfhaares der Javanen bedingt, da dasselbe am Hinterkopf, gegen den Scheitel zu, in einen grossen Knopf zusammengedreht wird, auf dem eine gewöhnliche Mütze nicht sitzen würde, und desswegen [sic!] ist der obere Theil [sic!] der javanischen Mütze offen gelassen."Zitiert aus: Czurda, F. A. J. (1883). Catalog mit Erklärungen der Etnografischen Privatsammlung des Dr. F. A. J. Czurda in Postelberg (Böhmen). (S. 67-68). Wien, Wilhelm Braumüller

Sammler/in:
František A. J. Czurda (1844 Pisek - 1886 Cirebon) DNB

Objektbezeichnung
Mütze

Kultur
Java

Material/Technik:
Papier, Samt

Bildrecht
Weltmuseum Wien

Sammlungsbereich
Insulares Südostasien

Inv. Nr.
17948

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