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Sarong, Batik

Sarung

Anfang des 20. Jh. | Linda Hofland

Parang-Motiv in Gelb, Blau und Rot, kombiniert mit dem Dreieck-Tumpal-Motiv und das viereckige Motiv im kepala (Kopf)-Teil. Dieses Motiv wird Tumpal Cepet oder auch kepala gigi balang ('Vermeidung von Gefahren') genannt.Technisch gesehen handelt es sich um eine sehr komplexe und zeitaufwändige Wachszeichnungsmethode, die viel Fingerfertigkeit und Erfahrung erfordert. Dieses Motiv ist in den Werkstätten an der Nordküste Javas entstanden, vorallem in Lasem.

Zwischen dem kepala und badan (Körper)-Teil sieht man Phoenix-Vögel, ein beliebtes Batikmotiv mit chinesischem Einfluss.

Parang-Motiv gehört zu den „Verbotenen Mustern“, d.h. das Tragen dieser Batik war nur den engsten königlichen Familien vorbehalten.

Gewisse Batik-Motive waren dem indonesischen Adel vorbehalten. Um diese Regel zu umgehen, wurden die klassischen, oft in Erdfarben gehaltenen Batiken wie Parang, Semen und Kawung abgewandelt und um kreative Motive erweitert. Diese erweiterten Muster sind farbenfroh und spiegeln den multikulturellen Einfluss wider. Oft werden sie um den Teil kepala ergänzt und somit meist als Sarong getragen. Durch diese Erweiterung sind sie keine „verbotenen Muster“ mehr, und jeder darf sie tragen und sich so mit dem Adel verbunden fühlen. Dies war früher vor allem für Migranten und Migrantinnen wichtig, die ihre Wurzeln im damaligen Holland, China und dem arabischen Raum hatten. Sie wurden als Peranakan bezeichnet, was ursprünglich „Kind eines Fremden mit indonesischer Mutter“ bedeutete. Heute beschreibt der Begriff Migranten und Migrantinnen, die bereits seit zwei Generationen in Indonesien leben. Viele ließen sich an der Nordküste Javas (Pesisir) nieder, eröffneten neue Batikwerkstätten und entwickelten den heute typischen Batikstil dieser Gegend.

 

Diese Batik stammt aus der Sammlung der österreichischen Komponistin mit dem Künstlernamen Linda Bandara-Hofland. Der eigentliche Name dieser beinahe vergessenen österreichischen – aber auf Java geborenen – Komponistin lautete Sieglinde Leber. Sie war die Tochter von Dr. med. Johann Leber und Maria Antonie, geb. Teutschmann, und wurde am 15.5.1881 in Kendal, Semarang (Indonesien), geboren und verstarb am 20.6.1960 in Wien.

 

Ihre Beziehungen zum Sultan von Yogyakarta und zu der Aristokratie Javas ermöglichten ihr den Zugang zu den jeweils an den unterschiedlichen zentral-javanischen Hofen beschäftigten Orchestern, der bis dahin allein den Mitgliedern des Hofes vorbehalten war. Durch ihre guten Beziehungen kam sie zu extravaganten Batikstoffen, die zum Teil nur am Hofe getragen wurden.

 

Zwischen 1929 und 1942 lebte Linda Bandara mit wechselnden Wohnsitzen in Wassenaar (Niederlande), Wien und Yogyakarta. 1936 und 1937 war ihre durch javanischen Einfluss geprägten Komposition „Ländlichen Stimmungsbilder“ in einer Interpretation der Wiener Philharmoniker des Öfteren im Radio (ORF) zu hören. Nach dem Tod ihres Mannes im Jahr 1942 übersiedelte sie permanent nach Wien, wo sie unmittelbar den Zweiten Weltkrieg erlebte.

Sammler/in:
Linda Hofland (1881 - 1960) DNB

Zeit:
Anfang des 20. Jh.

Objektbezeichnung
Sarong, Batik

Material/Technik:
Baumwolle, Leinwandbindung, synthetische Farben, Handbatik (batik tulis) in kepala und papan, Handdruck-Batik (batik cap) im badan-Teil.

Bildrecht
Weltmuseum Wien

Sammlungsbereich
Insulares Südostasien

Inv. Nr.
142337

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