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Tuch, Batik
Kain Kelengan
ca. 1910 | Museum Nusantara, Delft
Ein europäisch beeinflussster Sarong Peranakan, genannt Sarong Kelengan.
Der Kepala (Kopf)-Teil hat einen blauen Hintergrund mit buketan Motiv (Blumenbouquet) aus Chrysanthemen und Nelken und Pfauen.
Der Badan (Körper)-Teil hat ein traditionales javanisches Motiv gedekan (wie eine geflochtene Bambu-Wand) und buketan Motiv aus Anjelir und Nelken und Schmetterlingen.
Die europäisch beeinflusste Batik peranakan hat keinen papan-Bereich.
Das Buketan-Muster, inspiriert von europäischen Blumenbouquets, wurden ab den 1910er Jahren populär und gehen auf die Batikdesignerin Elisa van Zuylen zurück. Seitdem haben viele andere Batikateliers das Buketan-Muster kopiert und zu ihrem eigenen Muster entwickelt. Fast alle Werkstätten an der Nordküste Javas hatten das Buketan-Muster in ihrem Repertoire. Dies resultierte in der Etablierung des Buketan-Musters als typisch für Pekalongan bzw. die Pesisir (Nordküste) Javas. Auch heute erfreut sich das Buketan-Muster noch großer Beliebtheit und wird weiterhin produziert.
Siehe Inv. Nr. 176877
Ein blau-weiß gemustertes Batiktuch heißt Kain Kelengan. Interessanterweise gibt es zwei verschiedene Verwendungen des Kain Kelengan: Von den indoeuropäischen Peranakan-Mädchen wurde es in der Hochzeitsnacht als Zeichen der Reinheit und Jungfräulichkeit verwendet, von den chinesischen Peranakan für Trauerzeremonien (siehe: Heringa, R./Veldhuisen, H.C., Fabric of Enchantment: Batik from the North Coast of Java, Los Angeles: Los Angeles County Museum of Art, 1996).
Batik ist Kunst. Statt auf Leinwand wird das Kunstwerk auf Stoff gezeichnet. Als Ende des 19. Jh. synthetische Farben aus Europa nach Indonesien eingeführt wurden, fühlten sich viele Künstler animiert, mit den Farben zu spielen und neue Motive zu entwickeln. An der Nordküste Javas gründeten chinesische, holländische und arabische Einwanderer entlang den Hafenstädten neue Produktionsstätten für Batik. Die Muster wurden durch Motive aus ihrer Herkunftskultur beeinflusst und ergänzt. So entstanden frische Motive und für die Region typische Farbstile und neue Färbungsmethoden. Die Namen der Batikmuster entsprechen den Orten, wo sie produziert wurden, wie Pekalongan, Kedungwuni, Lasem und Cirebon.
Batik ist im steten Wandel. Die Kreativität kennt keine Grenzen. Durch europäische Magazine oder Postkarten wurden viele Motive auch von Europa beeinflusst. Neu war auch, dass einzelne Batiken von den Herstellern signiert wurden. Es entstand der „pesisiran stil“ in Kontrast zum traditionellen „kraton stil“ (Palast Stil) vom Inneren des Landes.
Diese Batik stammt aus der Kollektion Museum Nusantara, Delft, Niederlande, das 2018 endgültig geschlossen wurde. Ein Teil der Sammlung wurde nach Indonesien zurückgeschickt (ca. 1500 Objekte). Das Weltmuseum Wien konnte einen Teil der Kollektion (77 Objekte) bekommen.

Sammler/in:
Museum Nusantara, Delft DNBarrow_outward
Zeit:
ca. 1910
Zugangsdatum:
2017
Objektbezeichnung
Tuch, Batik
Kultur
Peranakan / Nordküste Javas
Material/Technik:
Maschinell gefertigte Baumwolle, Leinwandbindung, Naturfarben (Indigo), Handbatik (batik tulis))
Bildrecht
Weltmuseum Wien
Sammlungsbereich
Insulares Südostasien
Geographie
Insulares Südostasien/Indonesien
Inv. Nr.
190925
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