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Tuch, Batik

Kain Panjang

Anfang des 20. Jh. | Linda Hofland

Ein Batiktuch mit dem klassischen Motiv Semen Pringgondani.

Semen zeigt eine Darstellung von stilisierten Vogelflügeln, es kann sich um einen Flügel (lar) oder ein Flügelpaar (sawat) handeln. Es stellt die Flügel des Göttervogels Garuda aus der hindu-javanischen Mythologie und ein Reittier der Gottheit Vishnu dar. Semen-Motive verheißen Macht, Spiritualität und Weisheit. Der florale Hintergrund ist hier besonders schön gezeichnet und zeigt die hohe Qualität der Batik.

Eine weitere Ausführung des Semen-Motivs heißt Semen Pringgondani (das lampenähnliche Motiv). Es stellt den Sitz von Bima dar, dem zweiten Bruder von Pandawa aus dem Mahabharata-Epos, der sich durch Tapferkeit und Mut auszeichnet. Durch das Tragen der Batik sollen die Symbole auf den Träger übertragen werden.

Das Semen-Muster gehört zu den „verbotenen Mustern“, d.h. das Tragen dieser Batik war nur königlichen Familien und Adligen vorbehalten.

 

 

Diese Batik stammt aus der Sammlung der österreichischen Komponistin mit dem Künstlernamen Linda Bandara-Hofland. Der eigentliche Name dieser beinahe vergessenen österreichischen – aber auf Java geborenen – Komponistin lautete Sieglinde Leber. Sie war die Tochter von Dr. med. Johann Leber und Maria Antonie, geb. Teutschmann, und wurde am 15.5.1881 in Kendal, Semarang (Indonesien), geboren und verstarb am 20.6.1960 in Wien.

 

Ihre Beziehungen zum Sultan von Yogyakarta und zu der Aristokratie Javas ermöglichten ihr den Zugang zu den jeweils an den unterschiedlichen zentral-javanischen Hofen beschäftigten Orchestern, der bis dahin allein den Mitgliedern des Hofes vorbehalten war. Durch ihre guten Beziehungen kam sie zu extravaganten Batikstoffen, die zum Teil nur am Hofe getragen wurden.

 

Zwischen 1929 und 1942 lebte Linda Bandara mit wechselnden Wohnsitzen in Wassenaar (Niederlande), Wien und Yogyakarta. 1936 und 1937 war ihre durch javanischen Einfluss geprägten Komposition „Ländlichen Stimmungsbilder“ in einer Interpretation der Wiener Philharmoniker des Öfteren im Radio (ORF) zu hören. Nach dem Tod ihres Mannes im Jahr 1942 übersiedelte sie permanent nach Wien, wo sie unmittelbar den Zweiten Weltkrieg erlebte.

Sammler/in:
Linda Hofland (1881 - 1960) DNB

Zeit:
Anfang des 20. Jh.

Objektbezeichnung
Tuch, Batik

Material/Technik:
Maschinell gewebte Baumwolle; Naturfarben (soga), Handbatik (batik tulis)

Bildrecht
Weltmuseum Wien

Sammlungsbereich
Insulares Südostasien

Inv. Nr.
142357

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