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Tuch, Batik
Kain Panjang
um 1935 | P. C. van Vrijberghe de Coningh
Ein sehr schönes und wertvolles Peranakan-Batiktuch aus der Werkstatt Oey Soe Tjoen erster Generation.
Das Motiv heißt Merak ati (merak = Pfau; ati = Herz) und verheißt Glück bzw. „glücklich sein“. Der Stoff erfolgte auf Bestellung einer Kundin. Diese wünschte sich ein Batikmuster, das eine Kombination zwischen der javanischen Nordküste (Pfau) und dem mitteljavanischen Palast (Semen) darstellte. Das entstandene Muster wurde von Art Nouveau (Jugendstil) beeinflusst. Die Vogelflügel Garudas symbolisieren Macht, und der Pfau symbolisiert Schönheit.
Hier ist das Motiv „Herz“, wie der Stoff heißt: Merak ati (merak = Pfau; ati = Herz). Es verheißt Glück bzw. „glücklich sein“ für die Trägerinnen. Das Motiv Semen gehört zu den “verbotenen“ Batikmustern, die nur königliche Familien und Adlige tragen durften. Semen stellt stilisierte Vogelflügel dar, die namentlich unterschieden werden in einen Flügel (lar) oder Flügelpaar (sawat). Wenn die beiden Flügel einen Kreis bilden - wie in diesem Fall - dann wird das Motiv miron genannt. Die Flügel repräsentieren den Göttervogel Garuda, das Reittier der Gottheit Vishnu aus der hindujavanischen Sage. Semen-Motive verheißen Fruchtbarkeit, Spiritualität und Reichtum.
Die orangen Blätter haben einen dreidimensionalen Charakter, ein typisches Kennzeichen der Werkstatt Oey Soe Tjoen. Diese Werkstatt gehört zu den ersten, die die Batik Peranakan produzierten, d.h. Batik, die durch chinesische, arabische und holländische Motive beeinflusst sind.
Gewisse Batik-Motive waren dem indonesischen Adel vorbehalten. Um diese Regel zu umgehen, wurden die klassischen, oft in Erdfarben gehaltenen Batiken abgewandelt und um kreative Motive erweitert. Diese erweiterten Muster sind farbenfroh und spiegeln den multikulturellen Einfluss wider. Durch diese Erweiterung sind sie keine „verbotenen Muster“ mehr, und jeder darf sie tragen und sich so mit dem Adel verbunden fühlen. Dies war früher vor allem für Migranten und Migrantinnen wichtig, die ihre Wurzeln im damaligen Holland, China und dem arabischen Raum hatten. Sie wurden als Peranakan bezeichnet, was ursprünglich „Kind eines Fremden mit indonesischer Mutter“ bedeutete. Heute beschreibt der Begriff Migranten und Migrantinnen, die bereits seit zwei Generationen in Indonesien leben. Viele ließen sich an der Nordküste Javas (Pesisir) nieder, eröffneten neue Batikwerkstätten und entwickelten den heute typischen Batikstil dieser Gegend.

Sammlung:
P. C. van Vrijberghe de Coningh
Künstler/in:
Soe Tjoen Oey (Indonesischer Peranakan, 1901 - 1975)
Zeit:
um 1935
Zugangsdatum:
1967
Objektbezeichnung
Tuch, Batik
Material/Technik:
Wachsbatik (Handbatik) mit synthetischen Farbstoffen auf maschinell gewebter Baumwolle; Leinwandbindung
Bildrecht
Weltmuseum Wien
Sammlungsbereich
Insulares Südostasien
Inv. Nr.
146435
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