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Sarong, Batik

Sarung

um 1910-1920 | H. Parizot

Ein Peranakan Sarong mit einem sehr einzigartigen Motiv. Die Ränder des Stoffes sind mit ulo-ulo Motiv dekoriert, d.h. eine Wasserschlange, die Regen mitbringt.

Der Kepala ist mit den Dreieck Tumpal-Motiven versehen, die mit gandawari und celuki (Nelken) gefüllt sind. Der Badan (Körper)-Teil ist mit Lebensbaum in einer Vase verziert. Das Motiv im Papan (der Bereich zwischen kepala und badan) ist celuki (Nelken) in Violette.

 

Batik ist Kunst. Statt auf Leinwand wird das Kunstwerk auf Stoff gezeichnet. Als Ende des 19. Jh. synthetische Farben aus Europa nach Indonesien eingeführt wurden, fühlten sich viele Künstler animiert, mit den Farben zu spielen und neue Motive zu entwickeln. An der Nordküste Javas gründeten sie entlang den Hafenstädten neue Produktionsstätten für Batik. Es waren vor allem Migranten und Migrantinnen, die ihre Wurzeln im damaligen Holland, China und dem arabischen Raum hatten. Sie wurden als Peranakan bezeichnet, was ursprünglich „Kind eines Fremden mit indonesischer Mutter“ bedeutete. Heute beschreibt der Begriff Migranten und Migrantinnen, die bereits seit zwei Generationen in Indonesien leben.

Die Muster wurden durch Motive aus ihrer Herkunftskultur beeinflusst und ergänzt. So entstanden frische Motive und für die Region typische Farbstile und neue Färbungsmethoden. Die Namen der Batikmuster entsprechen den Orten, wo sie produziert wurden, wie Pekalongan, Kedungwuni, Lasem und Cirebon, Batang. Es entstand der „pesisiran stil“ (Nordküste Javas) in Kontrast zum klassischen, traditionellen „kraton stil“ (Palast Stil) vom Inneren des Landes, wie von Solo und Yogyakarta.

Zeit:
um 1910-1920

Objektbezeichnung
Sarong, Batik

Material/Technik:
Wachsbatik (Handbatik) mit synthetischen Farbstoffen auf Baumwolle; Leinwandbindung

Bildrecht
Weltmuseum Wien

Sammlungsbereich
Insulares Südostasien

Inv. Nr.
66686

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