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Fragment

1. Hälfte 20. Jh. | Reinhold Mittersakschmöller

Die sogenannte Batik-Kompeni, d. h. Batik mit Motiven aus der Zeit der VOC (Vereenigde Oostindische Compagnie), ab Anfang des 19. Jahrhunderts, zeigt häufig moderne Dampfschiffe und Soldaten. Dieses Beispiel ist im Nordküstenstil gearbeitet, mit floralem kepala und Randbordüren; zwischen den Schiffen sind Fische, Vögel und Blumen eingestreut.

Badan: Auf hellem Hintergrund europäische Dampfschiffe, Schleierfische, Vögel und Blumen;

Kepala: auf dunklem Hintergrund bukettartige Version eines Lebensbaumes, Vögel und Blumen; Bordüre: "chinesische" Pflanzen, Kraniche u.a. Vögel.

 

Signiert: Miriam.

 

Das Motiv entstand im kolonialen Kontext. Die Niederländer kolonisierten das heutige Indonesien offiziell ab 1808. Zuvor waren sie 1602 als Händler der VOC (Vereinigde Ostindische Companie) auf die Insel gekommen. Die dort ansässigen indoeuropäischen Peranakan waren zumeist Kinder der niederländischen Soldaten. Die "Batik Kumpeni" (VOC) wurden in den Batikwerkstätten populär.

 

Batik ist Kunst. Statt auf Leinwand wird das Kunstwerk auf Stoff gezeichnet. Als Ende des 19. Jh. synthetische Farben aus Europa nach Indonesien eingeführt wurden, fühlten sich viele Künstler animiert, mit den Farben zu spielen und neue Motive zu entwickeln. An der Nordküste Javas gründeten sie entlang den Hafenstädten neue Produktionsstätten für Batik. Es waren vor allem Migranten und Migrantinnen, die ihre Wurzeln im damaligen Holland, China und dem arabischen Raum hatten. Sie wurden als Peranakan bezeichnet, was ursprünglich „Kind eines Fremden mit indonesischer Mutter“ bedeutete. Heute beschreibt der Begriff Migranten und Migrantinnen, die bereits seit zwei Generationen in Indonesien leben.

Die Muster wurden durch Motive aus ihrer Herkunftskultur beeinflusst und ergänzt. So entstanden frische Motive und für die Region typische Farbstile und neue Färbungsmethoden. Die Namen der Batikmuster entsprechen den Orten, wo sie produziert wurden, wie Pekalongan, Kedungwuni, Lasem und Cirebon, Batang. Es entstand der „pesisiran stil“ (Nordküste Javas) in Kontrast zum klassischen, traditionellen „kraton stil“ (Palast Stil) vom Inneren des Landes, wie von Solo und Yogyakarta.

Eine weitere Neuerung war, dass die Werkstätten die von ihnen hergestellten Stoffe mit einer Unterschrift autorisierten. Dies kann als Zeichen dafür gewertet werden, dass sie ihre Werke als Kunst betrachteten.

Time:
1. Hälfte 20. Jh.

Material/technology:
Maschinell gewebte Baumwolle, Leinwandbindung; Naturfarben, Stempelbatik (batik cap)

Copyright
Weltmuseum Wien

Collection area
Insular Southeast Asia

Invs.
175427

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