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Der Begriff keman setzt sich aus den Schriftzeichen華 (花 Blume) und鬘 (Girlande) zusammen und geht laut Überlieferung auf einen Brauch zurück, bei dem auf dem Kopf getragene kreisförmig zusammengesteckte Blumengirlanden an einem buddhistischen Altar dargebracht wurden. Mit der Zeit wurden sie aus langlebigeren Materialen, wie Leder, Holz oder Metall hergestellt und an Querbalken und Dachträgern in buddhistischen Tempeln zur Verzierung angebracht. Wie bei diesem Exemplar sind viele der japanischen und chinesischen keman in einer eher breitgezogenen Fächerform aus vergoldeten Kupferplatten gefertigt und verfügen über eine Durchbruchschnitzerei, die Lotusblumen oder Rankenmuster als Motiv haben. In der Mitte ist in Anlehnung an die ursprünglich verwendeten Blumen eine Zierkordel mit agemaki-Knoten (総角結) dargestellt und oftmals werden am unteren Rand Glöckchen oder Perlen angehängt. Diese keman zeigt das Bild einer in voller Blüte stehenden Lotusblume, die aus dem Wasser, symbolisiert durch das seigaiha-Muster (青海波), emporwächst. Aus einem schlammigen Wasser würdevoll und rein emporwachsend, bildet die Lotusblume ein klassisches Symbolbild für die buddhistische Lehre. Der herausgestanzte, plastisch hervorgehobene, eher breit gestaltete agemaki-Knoten, der im Knotenpunkt ein hanabishi-Muster (花菱文) bildet, wurde an der dreieckigen, mit einer Chrysanthemen-Arabeske ziselierten Metallplatte unterhalb des Rings, der zum Aufhängen dient, angenietet. (HK)

Collector:
Heinrich von Siebold (1852 St. Martin/Boppard - 1908 Schloss Freudenstein/Bozen) DNB

Material/technology:
Bronze

Copyright
Weltmuseum Wien

Collection area
Ostasien

Invs.
36915

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