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Um den Hals ein flammendes Juwel, den Kopf seitlich nach oben gereckt und mit weitaufgerissenem Maul sind die beiden Drachen am Korpus des Räuchergefäßes dargestellt. Auch der Deckel des Gefäßes ist in Form des flammenden Juwels gestaltet, ganz so, als würden die Drachen ein Ei auf dem Rücken tragen. Ein Räuchergefäß mit Drachen, denen wie hier ein flammendes Juwel am Hals sitzt, ist äußerst selten. Der im Kōfuku-ji in Nara verwahrte kagenkei, ein Bronzegong, der dem Tempel vom chinesischen Tang-Kaiser Gaozong (reg. 649–683) geschenkt wurde und im Rang eines Nationalschatzes steht, wird ebenso von zwei Drachen geziert, die hinten am Hals das flammende Juwel tragen. Wie um diesen zu umklammern, haften sie am Rahmen des Gongs, haben die Köpfe nach außen gedreht und die Mäuler weit aufgesperrt. Hier könnte der Ursprung der gegenständlichen Darstellung liegen. Als Beispiel für ein Gefäß sei auch ein Wasserkrug mit der Datierung auf 1276 im Tempel Shōjuraigō in der Präfektur Shiga genannt, dessen Schnabel ebenfalls die Form eines Drachen mit aufgerissenem Maul und flammendem Juwel am Hals trägt. Bei diesem „flammenden Juwel“ (kaen hōju) handelt es sich um ein buddhistisches Motiv: das Unheil abwehrende, wunscherfüllende Glücksjuwel nyoi hōju (sanskr. cintāmaṇi), von Flammen umlodert. Der Umstand, dass Drachen der Überlieferung nach unter ihrem Kopf ein Juwel tragen sollen, hat zahlreiche Darstellungen hervorgebracht, die Drachen mit dem Glücksjuwel zusammenführen. Auch die Kugel, wie sie die in vorliegender Publikation gezeigte Zierfigur eines Drachen von Kimura Toun in den Klauen hält, gilt als Reminiszenz an das Glücksjuwel. (HK)


Sammler/in:
Heinrich von Siebold (1852 St. Martin/Boppard - 1908 Schloss Freudenstein/Bozen) DNBarrow_outward
Material/Technik:
Metall (vergoldet)
Bildrecht
Weltmuseum Wien
Sammlungsbereich
Ostasien
Geographie
Ostasien/China
Inv. Nr.
37430
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