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Brusttuch, Batik

Kemben

Mitte des 19. Jh. | Alois Kraus

Ein Brusttuch mit dem Motiv Semen (sawat, ein Flügelpaar). Das Semen-Muster zeigt eine Darstellung der stilisierten Vogelflügel, es kann ein Flügel (lar) oder ein Flügelpaar (sawat) sein. Es repräsentiert die Flügel der Göttervogel Garuda aus der hindujavanischen Mythologie und ein Reittier der Gottheit Vishnu. Semen-Motive verheißen Fruchtbarkeit, Spiritualität, und Reichtum.

In der Mitte ist eine grüne längliche Raute, genannt Sindangan.

 

Zum Batikprozess siehe Inv. Nr. 8070.

 

Kemben ist ein Tuch, das um den Oberkörper gewickelt und über einem Kain Panjang (Hüfttuch) getragen wird. Wenn man die Darstellungen in den javanischen Tempeln betrachtet, kann man feststellen, dass diese Art der Bekleidung bereits seit dem 8. Jahrhundert beliebt war. Auch gegenwärtig wird dieses schulterfreie Kleidungsstück bei zahlreichen indonesischen Ritualen, traditionellen javanischen Tänzen sowie Palastzeremonien in den javanischen Palästen (kraton) getragen. Die nackten Schultern, die beim Tragen von Kemben sichtbar sind, können als Ausdruck von Ästhetik, Eleganz und Weiblichkeit betrachtet werden. Es ist bedauerlich, dass dieses Kleidungsstück immer mehr in den Hintergrund gedrängt wird.

Sammler/in:
Alois Kraus

Zeit:
Mitte des 19. Jh.

Objektbezeichnung
Brusttuch, Batik

Material/Technik:
Maschinell gefertigte Baumwolle, Leinwandbindung, Naturfarben (Soga und Indigo), Handbatik (batik tulis)

Bildrecht
Weltmuseum Wien

Sammlungsbereich
Insulares Südostasien

Inv. Nr.
8071

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