Objekt speichern
Sie können die Abbildung für den privaten Gebrauch herunterladen und nutzen. Nutzungsbedingungen & AGBs
Für eine Veröffentlichung (wissenschaftlich oder kommerziell) schicken Sie uns bitte eine Reproduktionsanfrage
Schwert
Klewang
Hinweis: Nachfolgender Text stammt aus einem Sammlungskatalog des 19. Jahrhunderts und spiegelt in Sprache und Perspektive teilweise koloniale Denkmuster wider. Wir präsentieren den Text in seiner Originalfassung, um die Sammlungsgeschichte transparent zu machen und eine kritische Auseinandersetzung mit dem kolonialen Erbe zu fördern. Bestimmte Begriffe und Formulierungen können heute als problematisch empfunden werden. Ein Forschungsprojekt aus dem Jahr 2009 kam zu dem Schluss, dass die meisten Beschreibungen sachlich korrekt und weiterhin verwendbar sind; lediglich wenige Details erwiesen sich als ungenau oder fehlerhaft. Ergebnisse dieses Projektes wurden in folgendem Bestandskatalog publiziert: khm-wmw-tm-library.on.worldcat.org/oclc/1457155265"27. Schwert - "Kalewang".Der Kalewang ist eine schwertartige, einschneidige, kurze Hiebwaffe, deren Klinge beim Heft dünn ist, gegen die Spitze zu breiter und schwerer wird, so dass der Schwerpunkt derselben so weit als möglich vom Angriffspunkt entfernt liegt, wodurch wohl die Parade erschwert, dagegen der Hieb desto wuchtiger ausfällt. Der Kalewang ist eine nationale Waffe beinahe aller Völker des ostindischen Archipels. Diese Waffe ist durch ihre Kürze, durch die Art des Gebrauches, gleich dem kurzen Römerschwerte, eine der ritterlichsten Waffen. Der Eingeborne kämpft mit ihr ohne alle Bedeckung, ohne Schild. Letzteres, wo man es antrifft, wird nur bei Festlichkeiten als Zierat gebraucht, im Kampfe ist es unbekannt. Mit nacktem Leibe stürzt sich der Eingeborne, nur mit dem Kalewang bewaffnet, auf seinen Feind und denkt nicht auf Parade, denkt nicht auf Deckung, dazu ist eben diese Waffe ungeschickt. Der Eingeborne denkt nicht an Vertheidigung [sic!] nur Vernichtung. Er wird entweder niedergeschlagen, oder er schlägt nieder. Der Kalewang, den die holländischen Truppen bei den zahlreichen Expeditionen seit Jahrhunderten zu fühlen bekommen, bildet einen Schrecken für sie. Die Geschicklichkeit, Schnelligkeit und Kraft, mit welcher der Eingeborne diese Waffe zu gebrauchen versteht, ist eine enorme. Der geführte Schlag, die Verwundung furchtbar. Der muthigste [sic!] Soldat, der nicht mehr Zeit zum Schusse hat, kann, mit dem Gewehr allein bewaffnet, dieser Waffe nicht Stand halten, die in den Reihen der Truppen sowohl, wie der Militärarbeiter die grössten [sic!] Verwüstungen anrichtet, mit welcher der getödtete [sic!] Feind in kleine Stücke zerhackt wird, welchen Vorgang die Eingebornen "tjintjang" nennen. Die Vorfechter, die jedes Gefecht bei den Eingebornen eröffnen, von den Priestern zum Tode geweiht, mit Opium berauscht, in weisse [sic!] Sterbekleider gehüllt werden, stürzen sich, in jeder Hand einen Kalewang führend, mit tollen Sprüngen und fruchtbarem Geheule, in blinder Wuth [sic!] auf den Gegner und wehe, wenn die erste Kugel nicht getroffen, wenn der Soldat nicht mehr die Zeit und Ruhe zum zweiten Laden hat, dann ist er in allen Fällen verloren. Den Doppelhieben zweier blitzender Kalewang's ist jede Parade zur Unmöglichkeit geworden. Gewöhnlich ist der angefallene Feind, der angefallene Soldat durch den Anblick dieser wüthenden [sic!], schreienden und springenden Gesellen derart consternirt [sic!], dass er an Vertheidigung [sic!] nicht denkt, sondern sich zur Flucht wendet, wobei er jedoch von den verfolgenden Eingebornen in einigen Sätzen, wie von einer Katze, eingeholt wird, wo er dann unter den wüthenden [sic!] Doppelhieben dieser Waffe zusammenstürzt. Nur gute [sic!] Feuerdisciplin kann den rasenden Feind ferne halten und gegenüber dieser Waffe Rettung gewähren. Im Handgemenge ist der Soldat immer verloren. Der vorliegende Kalewang hat ein hübsch geschnitztes Hornheft, das zur Schneide der Klinge in einem Winkel gebogen ist. Die Klinge ruht in einer einfachen Holzscheide."Zitiert aus: Czurda, F. A. J. (1883). Catalog mit Erklärungen der Etnografischen Privatsammlung des Dr. F. A. J. Czurda in Postelberg (Böhmen). (S. 4-5). Wien, Wilhelm Braumüller

Sammler/in:
František A. J. Czurda (1844 Pisek - 1886 Cirebon) DNBarrow_outward
Zugangsdatum:
1883
Objektbezeichnung
Schwert
Kultur
Sulawesi
Material/Technik:
Eisen, Horn
Bildrecht
Weltmuseum Wien
Sammlungsbereich
Insulares Südostasien
Geographie
Insulares Südostasien/Indonesien/Sulawesi
Inv. Nr.
17345



















