Das Welt-Museum Wien

in Leichter Sprache

Was ist ein Museum?
Das Wort Museum spricht man so: Mu-se-um
Ein Museum ist ein Ort für besondere Dinge.
Sie sind besonders, weil sie schön, wertvoll oder interessant sind.

Solche Dinge sind zum Beispiel:

  • Bilder
  • Spielsachen
  • Kleider und Schmuck
  • Autos und andere Fahrzeuge

Wir können ins Museum gehen und uns diese Dinge anschauen.
Wir können dort auch Geschichten über die Dinge erfahren.

Was ist das Welt-Museum Wien?

Das Welt-Museum Wien ist ein Museum,
in dem es um uns Menschen geht.
Wir leben alle auf dieser Welt.
Wir sind alle gleich viel wert.
Wir sind aber nicht alle gleich.

Wir schauen zum Beispiel verschieden aus.
Wir sprechen verschiedene Sprachen.
Wir feiern verschiedene Feste.

Im Welt-Museum Wien können wir mehr  
über Menschen aus anderen Ländern erfahren.
Wie haben sie früher gelebt und wie leben sie heute?
Was ist für sie im Leben wichtig?

So können wir alle Menschen besser verstehen und respektieren.
Das gilt für die Menschen, die in anderen Ländern leben.
Es gilt auch für die Menschen,  
die bei uns leben und aus anderen Ländern gekommen sind.

Welche Dinge gibt es im Welt-Museum Wien?

Im Welt-Museum Wien gibt es Dinge aus der ganzen Welt.
Menschen aus vielen verschiedenen Ländern
haben diese Dinge gemacht.
Sie haben die Dinge auch verwendet.

Zum Beispiel:

  • beim Kochen und Essen
  • beim Feste-Feiern
  • beim Beten
  • bei einem Begräbnis

Später sind die Dinge ins Museum gekommen.
Das Welt-Museum Wien hat sehr viele von diesen Dingen.
Es sind fast 300 000.
Die Zahl sprich man so: dreihundert Tausend.

Was macht das Welt-Museum Wien mit den Dingen?

Das Museum hebt die Dinge auf und kümmert sich um sie.
Viele Dinge sind schon sehr alt und müssen repariert werden.
Expertinnen und Experten untersuchen die Dinge
und schreiben auf, was sie herausgefunden haben.
So können wir mehr über die Dinge erfahren.
Zum Beispiel, aus welchem Material sie sind.
Oder wie man sie verwendet.

Das Museum sammelt auch neue Dinge.
Es kauft zum Beispiel Bilder,
die Menschen heute gemacht haben.
Das ist wichtig, damit wir sehen können,
was Künstlerinnen und Künstler auf der ganzen Welt malen.

Alle Dinge zusammen heißen Sammlung,
weil sie irgendwann gesammelt wurden.
Das Welt-Museum Wien hat eine große Sammlung.

Die Schau-Sammlung

Das Weltmuseum-Wien ist ein großes Haus mit vielen Räumen.
Trotzdem ist dort nicht genug Platz,
damit wir alle Dinge anschauen können.
Die meisten Dinge werden in einem besonderen Keller aufgehoben.
Dort sind sie am sichersten.

Dinge, die besonders schön oder interessant sind,
können wir in der Schau-Sammlung anschauen.
Sie besteht aus 14 Räumen.

Wenn wir von einem Raum in den anderen gehen,
machen wir eine Weltreise.
Wir besuchen viele ferne Länder und erfahren,
wie Menschen woanders auf der Welt leben.

Wenn wir die Dinge in den Räumen anschauen,
können wir die Menschen besser verstehen.
Wir erkennen, dass wir viel gemeinsam haben.

Manche Dinge kommen uns am Anfang vielleicht fremd vor.
Wir brauchen Erklärungen, damit wir sie verstehen.
In den Räumen können wir viel über die Dinge lesen.
Es gibt aber auch Führungen,
wenn wir lieber jemandem zuhören.

Die Sonder-Ausstellungen

In manchen Räumen des Museums können wir Dinge
eine Zeit lang anschauen.
Zum Beispiel 1 Jahr lang.
Das sind die Sonder-Ausstellungen.

In einer Sonder-Ausstellung geht es immer
um eine bestimmte Geschichte.

Es geht zum Beispiel darum:

  • Wie stellen sich Menschen in verschiedenen Ländern
    ihre und unsere Zukunft vor?
  • Warum ist Tanzen für alle Menschen auf der Welt wichtig?
    Welche verschiedenen Tänze gibt es?
  • Wer waren die Azteken,
    die früher in Mexiko gelebt haben?

In einer Ausstellung können wir Dinge sehen,
die sonst im Keller vom Museum aufgehoben werden.
Wir können auch Dinge aus einem anderen Museum sehen.
Das Welt-Museum Wien borgt sich diese Dinge aus.
Für eine Ausstellung können auch neue Dinge gemacht werden.
Eine Künstlerin malt zum Beispiel ein Bild für eine Ausstellung.

Wie sind die Dinge ins Welt-Museum Wien gekommen?

Ein Museum beginnt oft so:
Jemand sammelt Dinge, die besonders interessant sind.
Oder die besonders wertvoll sind.

So ist es auch beim Welt-Museum Wien gewesen.
Vor langer Zeit hat der Landesfürst Ferdinand von Tirol gelebt.
Ein Landesfürst war so etwas ähnliches wie ein König.

Als Landesfürst war es für Ferdinand wichtig,
dass er seinen Gästen besondere Dinge zeigen konnte.
Zum Beispiel Dinge aus weit entfernten Ländern.
Ferdinand hat viele Dinge gesammelt.
Seine Sammlung war groß.

Später hat der Kaiser von Österreich die Sammlung bekommen.
Er hat sie von Tirol nach Wien geholt.
Auch der Kaiser hat Dinge aus der Welt gesammelt.
Und nach ihm seine Kinder und Enkel-Kinder.
Auch viele andere Menschen haben gesammelt.
Und so wurde die Sammlung immer größer.

Vor 200 Jahren hat Kaiser Franz von Österreich beschlossen,
dass er seine Sammlung allen Menschen zeigen möchte.
Die Sammlung kam in sein Schloss Unteres Belvedere.
Dort konnten die Menschen hingehen
und die wertvollen Dinge anschauen.

Kaiser Franz-Joseph, der Enkel von Kaiser Franz,
ließ eigene Häuser für seine Sammlung bauen.
Das sind heute das Kunsthistorische Museum
und das Naturhistorische Museum.

Ein Teil der Sammlungen kam später von dort in die Hofburg.
Im Jahr 1928 wurde daraus das Museum für Völkerkunde.
Seit 2013 heißt es Welt-Museum Wien.

Wem gehören die Dinge im Welt-Museum Wien?

Das ist gar nicht so einfach zu erklären.
Nach dem Gesetz in Österreich gehören diese Dinge
dem Land Österreich.

Es gibt aber viele wertvolle Dinge im Museum,
von denen wir nicht wissen,
wie sie in die Sammlung gekommen sind.

Dazu gehört zum Beispiel
der berühmte Feder-Kopf-Schmuck der Azteken aus Mexiko.
Vielleicht war er ein Geschenk der Azteken.
Vielleicht mussten sie ihn hergeben oder er wurde gestohlen.

Manche Dinge wurden zuerst gestohlen
und dann an das Museum verkauft.
Das gilt zum Beispiel für die alten Statuten aus Benin in Afrika.

Wenn etwas gestohlen wurde,
muss man es zurückgeben.
Das ist aber bei den Dingen im Welt-Museum Wien nicht so einfach.
Sie sind schon sehr lange in der Sammlung.
Beim Feder-Kopf-Schmuck sind das schon über 400 Jahre.

Seither hat sich vieles auf der Welt verändert.
Die Menschen und die Länder, in denen sie leben,
haben sich verändert.
Es ist deshalb wichtig, dass man gut überlegt,
wie man die Dinge am besten zurückgibt.

Die Verantwortlichen im Welt-Museum Wien denken darüber nach.
Sie sprechen mit anderen Museen
und mit Fachleuten aus verschiedenen Ländern.
Gemeinsam möchten sie eine gute Lösung finden,
die für alle passt.

Dieser Text wurde von capito Wien mit Personen aus der Zielgruppe auf Verständlichkeit überprüft.

 

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Schau-Sammlung in einfacher Sprache

Schau-Sammlung in einfacher Sprache

Das Weltmuseum Wien hat fast 300 Tausend Gegenstände in seiner Sammlung.
Einen kleinen Teil davon können die Besucherinnen und Besucher sehen.
Das ist die Schau-Sammlung.
Sie befindet sich in 14 Räumen des Museums.
Die Räume erzählen verschiedene Geschichten über unsere Welt.

Benin und Äthiopien

Benin und Äthiopien: Kunst, Macht, Widerstand

In diesem Raum geht es um das König-Reich Benin
und das Kaiser-Reich Äthiopien.
Äthiopien spricht man so: Etiopien.
Ein Reich ist ein mächtiges Land.

Benin und Äthiopien waren früher wichtige Reiche in Afrika.
Sie hatten schon lange gute Beziehungen zu verschiedenen Ländern in Europa.
Vor über 150 Jahren änderte sich das aber.
Deshalb geht es in diesem Raum um Macht

Deshalb geht es in diesem Raum um Macht und Widerstand.

Manche Länder in Europa wollten mehr Macht und mehr Geld.
Der Handel mit den Ländern in Afrika war ihnen zu wenig.
Sie wollten über die Länder herrschen und sie zu Kolonien machen.

Kolonien sind Gebiete, die zu einem bestimmten Land gehören,
sich aber weit weg von diesem Land befinden.
Wenn das Land zum Beispiel in Europa war,
dann waren seine Kolonien vielleicht in Amerika oder in Afrika.

Benin und Äthiopien wollten keine Kolonien werden.
Der König von Benin und der Kaiser von Äthiopien
redeten mit den Herrschenden in Europa.
Der Kaiser von Äthiopien machte viele Geschenke.
Zum Beispiel auch an den Kaiser von Österreich.

Der König von Benin war in einer schwierigen Lage.
Alle Länder rund um Benin waren bereits vom Britischen Königreich besetzt.
Die Briten kontrollierten auch den Handel mit Waren aus diesen Ländern.
Sie verlangten vom König, dass er einen Vertrag unterschreibt.

In dem Vertrag ging es um den Handel.
Der Handel war in Benin Sache des Königs.
Alle Händler mussten Geld an ihn bezahlen,
wenn sie Waren über die Grenzen von Benin brachten.
Im Vertrag stand, dass britische Händler kein Geld bezahlen mussten.

Als der König von Benin sich nicht an den Vertrag halten wollte,
schickte das Britische Königreich Soldaten nach Benin.
Benin verlor diesen Krieg und wurde eine britische Kolonie.

Deshalb geht es in diesem Raum auch um Kunst.

Der König von Benin wurde gezwungen, sein Land zu verlassen.
Seine Schätze nahmen die Briten mit.
Vieles davon verkauften sie später in Europa.
So sind auch Dinge aus Benin nach Österreich gekommen.

Heute können wir sie als Kunstwerke im Weltmuseum Wien ansehen.
Für die Menschen im König-Reich Benin hatten sie aber eine andere Bedeutung.
Sie waren zum Beispiel eine Art Geschichtsbuch,
das von früheren Ereignissen erzählte.
Manche erinnerten auch an verstorbene Familienmitglieder,
die man so verehren konnte.

In diesem Raum gibt es aber auch viele Dinge aus dem Alltag.
Manche davon sind trotzdem sehr wertvoll,
wie zum Beispiel die kaiserlichen Kleider aus Äthiopien.

In diesem Raum geht es aber nicht nur um die Geschichte
der alten Reiche Benin und Äthiopien.
Es geht auch um die Beziehungen
zwischen Österreich und den modernen afrikanischen Ländern.
Das alte Königreich Benin ist heute ein Teil von Nigeria.
Äthiopien hat keinen Kaiser mehr und heißt jetzt so:
Demokratische Bundesrepublik Äthiopien

 

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Dienstag
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Kultur-Kampf

Kultur-Kampf in Wien

Der Kultur-Kampf war ein Streit zwischen Menschen mit verschiedenen Meinungen.
Dieser Streit war vor ungefähr 100 Jahren in Wien.
Es ging dabei um den Streit zwischen der modernen Wissenschaft
und der Lehre der Kirche zur Entwicklung der Menschen.

Es gab damals in der Kirche einige Priester,
die auch Wissenschaftler und Forscher waren.
Diese Priester wollten beweisen,
dass nicht die moderne Wissenschaft, sondern die Bibel recht hat.
Dafür wollten sie Menschengruppen finden,
die noch wie die ersten Menschen auf der Welt lebten.

Das wollten die Priester beweisen:

  • Die Menschen sind im Paradies entstanden.
  • 1 Mann und 1 Frau haben in einer Ehe-Gemeinschaft
    ihr Leben lang zusammengelebt
  • Schon die ersten Menschen glaubten an nur 1 Gott

Einer von diesen Priestern war Pater Wilhelm Schmidt.
Er hatte viele Schüler.
Zwei von ihnen, Pater Gusinde und Pater Schebesta, sind in der Welt herumgereist.
Sie haben Menschengruppen im Urwald und in einsamen Gegenden besucht.

Pater Gusinde und Pater Schebesta haben die Menschen
genau beobachtet.
Sie haben aufgeschrieben, wie die Menschen leben.
Sie haben auch viele Dinge und Gegenstände gesammelt und mitgenommen.

Aber sie konnten nicht beweisen,
dass die Menschen nur an 1 Gott glaubten.
Oder dass sie nur 1 Ehe-Partnerin oder 1 Ehe-Partner hatten.
Die Menschen hatten verschiedene Götter und verschiedene Regeln,
an die sie sich in ihren Gemeinschaften halten mussten.

Was für uns heute wichtig ist,
das sind die Dinge, die Pater Gusinde und Pater Schebesta gesammelt haben.
Wir können sie im Weltmuseum Wien anschauen und etwas von ihnen lernen.
Sie erzählen uns von den Menschen, die sie gemacht haben.

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Mosaik Brasiliens

Ein österreichisches Mosaik Brasiliens

In diesem Raum geht es um Brasilien.
Das ist das größte Land in Südamerika.
Es ist sehr viel größer als Österreich.
Es leben dort auch sehr viel mehr Menschen.

In dem Raum gibt es verschiedene Schaukästen mit Dingen aus Brasilien.
Sie bilden das Mosaik.
Das Wort spricht man so: Mo-sa-ik.
Ein Mosaik ist ein Bild,
das aus vielen einzelnen Teilen zusammengesetzt ist.
Zum Beispiel aus Steinchen oder Glasplättchen.

Oft ist so ein Mosaik nicht vollständig,
weil vielleicht ein Teil verloren gegangen ist, oder immer schon gefehlt hat.
So ist es auch mit dem Mosaik in diesem Raum.
Es sind nur bestimmte Dinge aus Brasilien ausgestellt.

Warum ist es ein österreichisches Mosaik?

Viele Dinge in den Schaukästen haben
etwas mit Österreich und Brasilien zu tun.

Beispiel 1

Vor über 200 Jahren war Brasilien kein selbständiges Land.
Es war ein Teil von Portugal.
Leopoldine, die Tochter des österreichischen Kaisers,
wurde mit Pedro, dem Sohn des Königs von Portugal verheiratet.
Weil es damals in Europa Krieg gab,
lebte Pedro in Brasilien.
Leopoldine fuhr deshalb mit dem Schiff nach Brasilien.

Mit ihr kamen einige Fachleute für Naturkunde.
Sie wollten die Pflanzen und Tiere in Brasilien erforschen.
Einer von ihnen, Johann Natterer, blieb 18 Jahre dort.
Er sammelte viele Dinge,
die heute in einem der Schaukästen zu sehen sind.

Beispiel 2

Vor ungefähr 70 Jahren reiste eine andere Österreicherin nach Brasilien.
Etta Becker-Donner war Direktorin des Weltmuseum Wien,
das damals noch Museum für Völkerkunde hieß.
Sie wollte mehr über die indigene Bevölkerung von Brasilien erfahren.
Die indigene Bevölkerung sind jene Menschengruppen,
die als erste nach Brasilien kamen.
Lange vor den Menschen aus Europa.

Etta Becker-Donner brachte viele Dinge mit,
die den indigenen Menschen gehörten.
Auch diese Dinge sind in einem Schaukasten zu sehen.

In diesem Raum wird noch mehr über die indigenen Menschen erzählt.
Zum Beispiel:

  • Wie lebten sie früher und wie leben sie heute?
  • Was hat sich für sie geändert,
    als die Menschen aus Europa nach Brasilien kamen?
  • Warum waren und sind fremde Menschen für sie gefährlich?

 

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Kolonialismus

Im Schatten des Kolonialismus

In diesem Raum geht es um die Vergangenheit, aber auch um das Heute.
Es geht auch darum:
Was hat der Kolonialismus mit Museen, wie dem Weltmuseum Wien zu tun?

Was ist der Kolonialismus?

Der Kolonialismus hat etwas mit den Kolonien zu tun.
Kolonien sind Gebiete, die zu einem bestimmten Land gehören,
sich aber weit weg von diesem Land befinden.
Zum Beispiel:
Spanien hatte früher Kolonien in Süd-Amerika.
Korea gehörte einmal als Kolonie zu Japan.

Der Kolonialismus begann so:
Vor über 500 Jahren
schickten einige Länder in Europa mutige Seefahrer aufs Meer hinaus.
Sie sollten mit ihren Schiffen neue Wege zu fernen Ländern finden.
Zum Beispiel einen Weg über das Meer nach Indien.

In den fernen Ländern gab es nämlich viele wertvolle Dinge.
Zum Beispiel Seide und besondere Gewürze.
Wer diese Dinge hatte, konnte sie in Europa teuer verkaufen
und damit viel Geld verdienen.

Die Seefahrer erreichten Länder und Kontinente,
die man in Europa damals nicht kannte.
Sie kamen zum Beispiel bis nach Amerika.
Die Europäer haben die Länder erobert und zu Kolonien gemacht.
Das war gut für Europa, aber nicht gut für die Kolonien.
Warum?

Alle wertvollen Dinge wurden nach Europa gebracht.
Zum Beispiel Gold oder besondere Gewürze.
Die Länder in Europa wurden immer reicher,
die Menschen in den Kolonien hatten nichts davon.

Viele Menschen in Europa hatten diese Meinung:
Wir sind besser und gescheiter als die Menschen in den Kolonien.
Deshalb dürfen wir entscheiden, wie die Menschen in den Kolonien leben sollen.
Wir dürfen auch entscheiden,
was mit den wertvollen Dingen aus den Kolonien geschehen soll.
Manche von ihnen kamen in Museen.
Auch das Weltmuseum Wien hat viele Dinge aus dieser Zeit.

Erst viel später konnten sich die Kolonien befreien.
Sie wurden eigene Länder und
konnten nun mehr oder weniger selbst entscheiden.
Auch wenn das bis heute nicht so einfach ist.

Was ist mit dem Schatten des Kolonialismus gemeint?

Eigentlich war der Kolonialismus zu ende,
denn es gab keine Kolonien mehr.
Aber der Kolonialismus beeinflusst noch immer
das Denken und Tun der Menschen.
Noch immer werden die ehemaligen Kolonien benachteiligt.
Das ist mit dem Schatten des Kolonialismus in der Überschrift gemeint.

Die Menschen in Europa müssen aus dem Kolonialismus lernen.
Sie müssen ihre Fehler von damals wieder gut machen.
Dazu gehört auch, dass sie die Menschen aus den ehemaligen Kolonien
respektvoll behandeln.
Es geht darum, dass die Menschen mehr miteinander reden
und besser aufeinander hören.

Auch die Museen müssen das tun.
Das Weltmuseum Wien lädt zum Beispiel Fachleute aus den früheren Kolonien ein.
Gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen aus dem Museum
untersuchen sie Dinge aus der Sammlung.
Dabei lernen alle gemeinsam viel Neues über die Dinge im Museum.
Sie können auch gemeinsam Vorschläge machen,
was mit den Dingen in Zukunft geschehen soll.

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Der Blick auf China

Die neue Wahrnehmung. Der Blick auf China

Schon vor langer Zeit wussten die Menschen,
dass es in China wertvolle Dinge gibt.

Zum Beispiel:

  • Stoffe aus Seide
  • Geschirr aus Porzellan
  • Tee

Die Menschen in Europa bezahlten dafür sehr viel Geld.
China war ein Vorbild für Europa.
Auch weil es gute Regeln für das Zusammenleben der Menschen hatte
und Stolz auf seine alten Bräuche war.

Mit der Zeit kauften immer mehr Menschen in Europa
die teuren Dinge aus China.
China wurde reich, aber Europa hatte nichts davon.
Die Menschen in China wollten nämlich nicht aus Europa kaufen.
Das gefiel den europäischen Ländern nicht,
weil sie China nichts verkaufen konnten.
Außerdem wollten sie in China mitreden und das Land kontrollieren.

Dagegen wehrten sich viele Menschen in China.
Es kam zu mehreren Kriegen,
an denen auch Österreich und Japan auf Seite der europäischen Länder teilnahmen.
Am Ende verlor China die Kriege und musste viel Geld an die Sieger bezahlen.

Die Länder in Europa sahen China nun mit anderen Augen.
Sie hatten eine neue Wahrnehmung von China.
Alles, was sie früher an China bewunderten, war auf einmal schlecht.
China konnte sich zum Beispiel nicht an die moderne Zeit anpassen,
weil es immer noch seine alten Bräuche hatte.

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Japan kommt nach Europa

1873 – Japan kommt nach Europa

Das Jahr 1873 war sowohl für Japan, als auch für Österreich wichtig.
Denn in diesem Jahr war die große Weltausstellung in Wien.
Länder aus der ganzen Welt kamen
und zeigten besonders schöne oder interessante Dinge.

Japan nahm damals das erste Mal an einer Weltausstellung teil.
Das Land bereitete sich sehr gut darauf vor.
Es fragte auch europäische Experten,
welche Dinge den Menschen in Europa besonders gut gefallen.

Am Ende wurden über 6.000 Dinge nach Wien gebracht.
Eines davon ist in diesem Raum zu sehen.
Es ist das Modell einer Daimyō-Residenz.

Das Wort Daimyō spricht man so: Deimio.
Ein Daimyō war in Japan so etwas ähnliches,
wie ein Landesfürst in Österreich.
Er herrschte über ein bestimmtes Gebiet in Japan.
Eine Residenz ist das Wohnhaus eines Herrschers.
Die Daimyō-Residenz ist also das Wohnhaus eines japanischen Landesfürsten.

In diesem Raum gibt es aber noch andere Dinge aus Japan zu sehen.
Sie sollen zeigen, welchen Eindruck damals Japan auf Europa machte.
Die Menschen waren begeistert von den Dingen in der Ausstellung.
Die Künstlerinnen und Künstler übernahmen vieles aus der japanischen Kunst.
Das nennt man heute Japonismus.
Japanische Muster finden wir auch häufig in den Bildern des Jugendstils.
Zum Beispiel in den Bildern von Gustav Klimt.

 

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Sammler-Wahn

Sammler-Wahn. Ich leide an Museo-Manie!

Die Weltreise von Erzherzog Franz Ferdinand

In diesem Raum können wir viele Dinge sehen,
die Franz Ferdinand auf seiner Weltreise gesammelt hat.
Er war damals 29 Jahre alt.
Seine Weltreise dauerte 10 Monate.

Franz Ferdinand war ein Erzherzog.
Das heißt, er war ein Familienmitglied des Kaisers von Österreich.
Er war der Neffe des Kaisers.

Franz Ferdinand sagte über sich selbst:
Ich leide an Museo-Manie.
Es bedeutet, dass er sehr begeistert von Museen war.
Er hat auf seiner Weltreise viele Museen besucht.

Franz Ferdinand sagte auch über sich selbst,
dass er einen Sammler-Wahn hat.
Das Wort Sammler-Wahn bedeutet,
dass jemand sehr gerne und sehr viel sammelt.
Franz Ferdinand wollte ein eigenes Museum machen.

Deshalb hat er auf seiner Weltreise
sehr viele Dinge gekauft und gesammelt, wie zum Beispiel:

  • kostbare Stoffe
  • billige Andenken
  • Gegenstände für den Alltag

Was hat Franz Ferdinand noch auf seiner Weltreise gemacht?
Er ist oft auf die Jagd gegangen und hat auf viele Tiere geschossen.
Zum Beispiel auf Tiger und Elefanten.

Franz Ferdinand hat auch wichtige Personen getroffen,
wie zum Beispiel den Kaiser von Japan.
Diese Treffen waren wichtig für ihn,
denn er sollte einmal Kaiser von Österreich werden.
Dazu kam es aber nicht.
Franz Ferdinand wurde bei einem Besuch in Sarajevo erschossen.

Die Dinge, die er auf seiner Reise gesammelt hat,
hat er schon vorher in der Hofburg ausgestellt.
Genau dort, wo jetzt das Weltmuseum Wien ist.

Die Reisen von Erzherzog Ferdinand Max
und Kronprinz Rudolf

In diesem Raum können wir auch einige wenige Dinge sehen,
die 2 andere Erzherzöge gesammelt haben:

  • Erzherzog Ferdinand Max war ein Bruder des Kaisers.
    Er wurde später Kaiser Maximilian von Mexiko.
  • Kronprinz Rudolf war der Sohn des Kaisers.

Diese Dinge können wir in 2 Schaukästen sehen.

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Südsee

Südsee: Begegnungen mit dem verlorenen Paradies

Was ist die Südsee?

Das ist ein Gebiet im Pazifischen Ozean mit über 7 Tausend Inseln.
Der Pazifische Ozean ist ein großes Meer zwischen Asien und Amerika.

Die Inseln werden in 3 Gruppen eingeteilt:

  • Melanesien
  • Mikronesien
  • Polynesien

Es gibt große Inseln, wie zum Beispiel Neuseeland und Neuguinea.
Es gibt aber auch sehr viele ganz kleine Inseln.
Nur auf ungefähr 2 Tausend Inseln leben Menschen.

Die ersten Menschen kamen schon vor langer Zeit auf die Inseln.
Sie machten sich mit ihren Booten und Schiffen von Asien aus auf die Reise
und fuhren dann von Insel zu Insel immer weiter.
So kamen die ersten Menschen nicht nur auf die Inseln der Südsee,
sondern auch nach Australien.

Warum heißt es Begegnungen mit dem verlorenen Paradies?

Als die ersten Seefahrer aus Europa auf die Inseln kamen,
waren diese Inseln für sie wie ein Paradies.
In der Bibel steht, dass das Paradies ein wunderschöner Garten ist.
In ihm lebten die ersten Menschen ohne Sorgen.
Aber dann hielten sie sich nicht an die Regeln,
die ihnen Gott gegeben hat.
So mussten sie den Garten für immer verlassen.

Im Paradies der Südsee-Inseln trafen die Seefahrer aus Europa
die Menschen, die schon seit langem dort lebten.
Manchmal waren diese Treffen freundlich.
Es wurden zum Beispiel Geschenke übergeben.
Oder es wurden Dinge getauscht.
Manchmal gab es aber auch Probleme.
Dann konnte es zu einem Kampf kommen oder sogar zu einem Mord.

Die europäischen Seefahrer kamen auch,
weil sie die Inseln erobern wollten.
Sie brachten Gewehre aber auch Krankheiten mit.
Gegen beides konnten sich die Menschen auf den Inseln nicht wehren.

So kam es dazu, dass viele europäische Länder,
Inseln in der Südsee als Kolonien hatten.
Kolonien sind Gebiete, die zu einem Land gehören,
aber weit weg von diesem Land sind.

Über die Dinge in diesem Raum

Die Dinge haben Seefahrer und Forscher
bei ihren Besuchen auf den Inseln gesammelt.
Es sind zum Beispiel

  • Gegenstände für den Alltag
  • Schmuck
  • Dinge, die für die Menschen heilig waren

Viele Dinge hat der britische Seefahrer James Cook
vor mehr als 250 Jahren gesammelt.
James Cook spricht man so: Tschejms Kuk.
Nach seinem Tod wurde seine Sammlung in London verkauft.
Der damalige Kaiser von Österreich schickte Händler nach London,
die für ihn die Sammlung kauften.
Seither ist sie in Wien.

 

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Indonesien

Fasziniert von Indonesien

In diesem Saal geht es um das Land Indonesien.
Es geht auch um Menschen, die von diesem Land fasziniert,
oder anders gesagt, verzaubert waren.
Ihre Geschichten werden in diesem Saal erzählt.

Was ist so besonders an Indonesien?

Indonesien ist ein Land,
das aus sehr vielen Inseln besteht
Es sind über 17 Tausend.
Zu Indonesien gehören zum Beispiel diese Inseln:

  • Sumatra
  • Java
  • Borneo
  • Bali

Die Inseln befinden sich zwischen Asien und Australien.
Sie sind grün, weil es dort viel Wald und andere Pflanzen gibt.
Ein Dichter hat einmal gemeint,
dass die Inseln so schön grün sind wie Smaragde.
Smaragde sind grüne Edelsteine.

Warum werden in diesem Saal Geschichten erzählt?

In diesen Geschichten erfahren wir mehr über Indonesien
und seine Beziehungen zu Österreich.
Die Geschichten erzählen aber auch über die Menschen in Indonesien.

Der gute Geist von Padang

In dieser Geschichte geht es um Johann Schild,
der als junger Mann in die indonesische Stadt Padang kam.
Die Stadt Padang ist auf der Insel Sumatra.

Johann Schild hat für eine niederländische Firma gearbeitet.
Er war erfolgreich und wurde später sogar österreichischer Konsul.
Damit war er ein wichtiger Vertreter Österreichs in Indonesien.
Als Konsul hat er sich um gute Handels-Beziehungen
zwischen Österreich und Indonesien bemüht.

Johann Schild hat sich aber auch
um die Menschen in der Stadt Padang gekümmert.
Zum Beispiel, dass sie gute Krankenhäuser bekommen.

Der Handel mit dem Paradies

In dieser Geschichte geht es um Helene Potjewijd,
die vor fast hundert Jahren auf der Insel Bali lebte.
Sie hatte dort gemeinsam mit ihrem Mann ein Hotel.
Viele reiche Menschen kamen damals nach Bali,
weil es dort so schön war wie im Paradies.

Helene Potjewijd verkaufte in ihrem Hotel
Bilder von Künstlern aus Bali.
Das hat die Kunst auf Bali verändert.

Die Künstler malten weniger Bilder von Göttinnen und Göttern.
Sie malten mehr Dinge aus ihrem Alltagsleben.
Denn die Reisenden wollten
ein Stück vom Paradies mit nach Hause nehmen.
Dafür mussten die Kunstwerke auch so klein sein,
dass sie in die Koffer passten.

Zwischen zwei Welten

In dieser Geschichte geht es um Raden Saleh.
Er war ein begabter Künstler aus Indonesien,
der in Europa Kunst studieren durfte.

Als er wieder nach Indonesien kam,
fühlte er sich dort nicht mehr wohl.
Er wollte zurück nach Europa.
Doch wer sollte ihm seine Reise bezahlen?

Raden Saleh hatte eine Idee:
Er wollte die Herrscher in Europa auf sich aufmerksam machen.
Deshalb schickte er ihnen große Bilder.

Von den Bildern gibt es nur noch eines.
Dieses Bild hat Raden Saleh
an Kaiser Franz Joseph nach Österreich geschickt.
Das Bild heißt: Kämpfende Tiger.
Wir können es heute noch betrachten.

Weg-Begleiter und Seelen-Schmeichler

Diese Geschichte erzählt uns Jani Kuhnt-Saptodewo.
Sie kommt aus Indonesien
und hat die Ausstellung in diesem Raum gemacht.

In der Geschichte geht es um etwas,
das für die Menschen in Indonesien sehr wichtig ist.
Es geht um die Batik-Stoffe.
Das sind Stoffe mit ganz besonderen Mustern.

Die Batik-Stoffe sind Weg-Begleiter der Menschen.
Sie begleiten die Menschen ein ganzes Leben lang.
Von der Geburt bis zum Tod.
Die Menschen tragen die Stoffe oft bei besonderen Festen.
Sie geben die Batik-Stoffe an ihre Kinder weiter.
Deshalb besitzen viele Familien sehr alte und wertvolle Stoffe.

Die Batik-Stoffe sind Seelen-Schmeichler.
Sie tun den Seelen der Menschen gut.
Sie helfen, dass sich die Menschen wohlfühlen.
Die Batik-Stoffe bedeuten den Menschen in Indonesien sehr viel.
Sie erinnern zum Beispiel an verstorbene Familien-Mitglieder.
Die Muster der Batik-Stoffe erzählen Geschichten.
Wer die Batik-Muster kennt, kann die Geschichten lesen.

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Welt in Bewegung

Welt in Bewegung

Immer wieder verlassen Menschen das Land,
in dem sie zu Hause sind.
Sie wandern aus, um in einem anderen Land zu leben.

Warum tun sie das?
Das hat verschiedene Gründe.
Zum Beispiel:

  • Es gibt Krieg in ihrem Land
  • Die Menschen werden in ihrem Land bedroht oder verfolgt
  • Sie können in ihrem Land keine Arbeit finden

Die Menschen gehen nicht allein,
sie nehmen Dinge von zu Hause mit.
Sie nehmen auch ihre Ideen und Meinungen mit.
Damit verändern sie auch ein bisschen ihren neuen Wohnort.

Wien war immer schon ein Ort,
wo Menschen aus der ganzen Welt zusammenkamen.
Viele kamen und bliebe für immer.
Die meisten Wienerinnen und Wiener
können darüber ihre eigene Familien-Geschichte erzählen.

Auch heute ist Wien eine vielfältige Stadt.
Menschen aus vielen verschiedenen Ländern
haben hier ein neues Zuhause gefunden.
In Wien werden zum Beispiel über 100 Sprachen gesprochen.

Wien ist nicht der einzige Ort, wo Menschen hinziehen.
Auf der ganzen Welt sind Menschen in Bewegung.
Sie ziehen von einem Ort zum anderen,
von einem Land in ein anderes.
Die ganze Welt verändert sich dadurch.

Was bedeutet das für das Welt-Museum Wien?
Das Museum muss überlegen,
welche Dinge von heute für die Zukunft wichtig sind.
Es müssen Dinge gesammelt werden,
die später Geschichten über uns und unsere Zeit erzählen können.

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